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Full text of "Ludendorff, Erich Und Mathilde; Das Grosse Entsetzen, Die Bibel Nicht Gottes Wort; Ludendorffs Verlag,"

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OSSE 



ENTSETZEN 




e.u.m 



Huöcn&Drff 



2)as „<)3toteftanten-23fott" bom 16. Sluguft 1936 fdjreibt übet „SaS große gntfe&en - bie 
Söibet mdjt ©otte$ SBortl": 

„£)a$ #eft enthält mdjtö, toaö nic^t ein 6tubent bet Geologie in ben erften 
6emeftetn lernt (ober toenigftenö lernte) . . 

Stottern: 

SInfeinbungen be$ Söetfeö bon firdjUdjet unb prieftettidjet 6eite! 

06er: 

m&mm 

SInttoorten auf £fjeologengeftammel 

herausgegeben bon 
©enetat fiubenbotf f 

ger>. -.70 919JI., 76 (Seiten, 11.-20. Saufenb, 1937 

ZMefe« £eft enthält bie bereit« in £ubenborff* #albmonatSfdjrift „2hn Zeitigen ÜucH Z>eutfct)et 
Ätofi" t*eröffentticf)ten Sluffä^e Don ©eneral üubenborff unb SDalter Äöfjbe in ertoeiterter 
(form. #ier ift ben Slnfeinbungen be$ 2Berfe$, bie bon firdjlidjer unb priefterlidjer ©eite erfol- 
gen, toirffam begegnet. <5o fdjreibt bei % e t b r) e r r in fiubenbotffä #albmonaiSfdjrift: 
„Z be otogen (Otiten mitf) n t er) t gu ülatfteUungen getabe$u reisen, fie 

3tet)en immer ben .bürgeren." 



Äe(t unb berbreitet: 

ftifccngtf länMs : 

gegeigt bon 
©eneralJiubenborff 

$rei« föt 1 ©tfief -.10 913K., 20 ©tflef 1.40 913«., 50 ©tfief 3.25 919)1., 100 ©töcf 5.50 9t9tt., 
500 <5tücf 25.- 9l9Jc., 1000 ©tfief 45.- 5R9R., 251.-280. Saufenb, 1936 

ßubenborffSSJerlag ©♦m*6.#-' 3Ründjen 19 



2tlte 9tedjte, tnSbefonbere ba* ber Überfettung in frembe ©pradjen, behält fidj ber 23ettag bor. 

261.-280. Saufenb, 1937 
Äubenborff« Verlag ©. m. 6. 9ttündjen 19 
Printed in Germany / JTunft im £)rucf 9RüUer & €o., Sftündjen 



$a$ große fntfet$en « 
öle md nify (Sottet Htotf ! 

fßon ©eneral£ubenbotff 

2IuS „ßirtf)lidje plfdjungen" bon $tiebti# 2I)ubid)um, ^tofeffot beS ßitäjen- 
tedjtS an bet Untoetfität Bübingen, 1. S3anb, 6tuttgatt 1898, 2. S3anb, Äeipsig 
1906, gebe fdj bem Äefet ben 6djlüffel 311 bem 93etftänbn{$ beS unf aßlfdjen, un- 
gefjeuetlidjen XtugeS, bet bei bet ^abtifation bet 23ibet unb alle ftafjthunbette 
nadjljet mit beftem ©etoiffen getrieben toutbe. @t toitb butdj bie 2öotte ÄeffingS 
tootbeteitet auf bie Enthüllungen biefet 6djtift, bie ben gelegten Geologen be- 
fannt, abet ben Äaien unb bieten ©eiftlidjen toöllig unbefannt finb: ^tofeffot 
Shubidjum fdjteibt: 

„©ott^ofb €ptjraim ücfffng bemerft In feinet Im ftatjte 1778 gebrueften 6treitfdjrift gegen 
ben #auptpaftor ©oese In Hamburg (2Inti-©oese 5): 

,9tun ift eö ertoiefen unb ausgemalt, baß bie ätteften unb angefefjenften ßirdjenbäter einen 
öetrug, bet in gutet Slbfidjt gefdjiebet, für feinen 23etrug getjalten unb blefe nämliche Senfung«- 
att ben Sipoftetn beigutegen fidj fein Sebenfen gemalt tjaben. 2Ber biefen ^unft bon einem 
unberbädjtigen Stjeologen fetbft belegt unb aufs Steine gebradjt lef en teilt/ bet tef e Ütibob'« Pro- 
gramm de Oeconomia patrum' *) (#au«toirtfdjaft ber J?ird&enbäter, bie mit geringftem Stuf- 
toanb ben größten Pütjen ehielt). ,©ie ©teilen finb untoiberfpted)lidj/ bie Sftibob bafelbft mit 93er- 
fdjtoenbung gufammentrdgt, um gu betoeifen, ba§ bie .ßirdjenbäter faft obne 2Iu«nafjme ber feften 
Meinung getoefen, „integrum omnino doctoribus et coetus Christiani antistitibus 
esse, ut dolos versent, falsa veris intermisceant et imprimis religionis hostes fallant, 
dummodo veritatis commodis et utilitati inserviant'V (© Q ß bie itirdjenlctjrer 
unb bie öorfteber ber dj r i f 1 1 i dj e n ©emefnben e « für b u r dj a u « ertaubt 
tjielten, £ i f t e n 3 u erfinnen, Äügen unter bie 3D a tj r tj e i t 3 u mifdjen 
unb 3 u m al bie ^einbe b e 3 ©tauben« 3 u betrügen / toe nn fie baburdj nur 
ber 2B a fj r fj e i t Vorteil unb 9t u 1$ e n brauten)/ ,audj finb bie ©teilen ber anberen 
Strt, too bte .ßirdjenbäter ben SIpoftefn fetbft eine bergleidjen olxovofiiav ($ofitif ober - £eit«- 
orbnung!)/ eine bergleidjen falsitatem dispensativam (ber3elfjlldjer 23etrug) beilegen/ ebenfo 
unleugbar. 2Ba« #ieront)mu« unter SInbern bom Ijt. $aulu« berfidjert/ 2 ) ift fo n a i b / baß e« 
bem naiben SKibob fetbft auffällt/ barum aber nidjt weniger bie toatjre Meinung be« #ieront)- 
mu« bleibt.'" 

*) 9tibob/ @g. S)., de Oeconomia patrum et methpdo disputandi xctT olxovo^av 
©öttingen 1748. 8. = 93on ber Saftif ber itirdjenbfiter unb ber Strt 3U bi«putieren jur 
«ßotitif (#eil«orbnung). 

') Paulus in testimoniis, quae sumit de veteri testamento, quam artifex, 
quam prudens, quam dissimulator est ejus, quod agitl — 2Bie toeiß $aulu« 6ei 
ben geugniff en, bie er au« bem alten £eftament entnimmt f ünftlidj, flug, mit öertjfltlung 
feiner eigentlldjen SIbfidjten 3U berfatjren. 

£)ie ßitdjenlehtet unb ^tieftet finb bei biefem aSetfaljten in bet glfitftidjen 
Äage, fidj auf unantaftbate« ©otteötoott unb bie in iljm anempfohlenen 2Dege 
berufen $u fönnen. Äefen tüit bodj in hörnet 3, 7: 

„Denn fo bie SBaljrtjeft ©otte« burd) meine fiüge betrtidjec toirb ju feinem $rei«/ toarum 
fottte id) benn nod) al« ein 6ünber gerietet toerben?" 

Rai) 2. etjtonifa, 18 geht mit Ertaubniö ftaf)toef)$ bet Äügengeift in bieSDelt. 

2Dit lefen bott: 

19. „Unb 3afjtoefj fprad): 2Ber tbilt 2Id)ab, ben i?6nig bon Ofraet betören, bog et 3U ^etbe 
gie^t unb bei SRamot in ©iteab falle? Unb ber eine fagte bie«/ ber anbere fagte ba«. 



1 



20. „Sa trat ber ©eift fyxMox, ftellte fldj bor 3abtoe& unb fpradj: Bdj/ idj toitt lljn Betören. 
tJabfteb aber fragte üjn: SBomit? 

21. „Sa anttoortete er: 3dj teilt ausgeben unb 311m fiügengefft toerben in aller feiner 
^ropbeten 3ftunbel <£r aber fpradj: 0u magft betören unb toirft (es) audj toollbringenl @ebe 
aus unb tue alfol 

22. „Unb nun - fiefje, 3abtoeb bat in ben 2ftunb biefer feiner ^topbeten einen ßügengeift 
gelegt/ toäbrent) bodj 3abtoeb Unbeil über ©idj gerebet bat." 

.ßonig 2ld)ab fällt in bet ©djtadjt, toeit et bem ßügengeift, ben ftafjüelj in bie 
SBelt gefdfjitft fjat, gefjotdfjte. 

#aben nun ^tieftet unb ßitdfjenleljtet bodfj S3ebenfen gegen itgenbein SRittel, 
mit getingftem 2luftoanbe „bie #au$toittfdfjaft" bet Jfttdfje $u ftätfen/ fo finben 
fie Stedfjtfetttgung in ^falrn 51. ©Ott fjeißt e$i 
6: „Sin bir allein babe idj gefünbigt/ 

unb toaö bir mißfällt, babe idj getan/ 
©aß bu 3led)t bebalteft in beinern Sieben/ 
rein bleibeft in beinern 9lidjten." 

ßeffing Ijat tedfjt, toenn et in feinen bon Sljubidfjum angefügten tfjeotogifdfjen 
©Stiften toeitetljin fdfjteibt: 

„Söorte unb #anblungen liegen nidjt fo toeft außeinanber als man insgemein glaubt. SDer 
fäbig ift/ eine 6djriftftelle toiber beffer SBiffen unb ©etoiffen 3U toerbreben/ ift ju allem anbenn 
fäbig: fann falfdj ßeugniS ablegen/ fann Ödjriften unterfdjieben/ fann jatfadjen erbidjten/ 
fann jur SSeftätigung berfelben jebe« 3ftittel für erlaubt balten." 

SDenben toit un$ nun bet „#au$toittfdfjaft bet .ßitdfjenbätet" $u, bie „mit ge- 
tingftem Sluftoanb ben gtoßten sftufcen" ehielt unb au$ bet „#etl$otbnung" 
tßolitif madfjt unb „betseifjttdfjen S3ettug" in i&ten ©ienft ftellt. 

alte % ejioment * ein fungetf #urf| 

Bon SDr. 3ftatfMIt>e ßnbenborff 

Sie Qftenfdfjen pflegen bie €ntfteljunggefdfjidfjte bet ßunftfdfjätje unb Utfunben, 
bie fie Ijodfj toetten, feljt toidfjtig 3U nehmen, fie allen benen audb meuterten, bie 
in gleitet Söetefjrung ben Sßettgegenftänben gegenübetfteljen. SDie bie ftuben im 
alten Seftamente, fo feljen bie Stiften im alten unb neuen Seftamente bie un- 
mittelbate ©ottoffenbatung, ba$ SDott ©otteS, unb e$ gibt nidfjtS in bet gansen 
2Delt, beffen 2lltet unb €ntftefjungatt füt fie fo unenblicfj toidfjtig fein fönnte, toie 
jene bet 23ibet. SKun müffen ton: abet $u unfetem gtoßen €tftaunen bie Satfadfje 
etfennen, baß fjiet nidfjt nut faft allen Qftenfdfjen alles SBicljtigfte betfdfjtoiegen, 
nein, baß ifjnen gans öttigeS mitgeteilt toitb. 2Dit begreifen nidfjt, toie ftuben unb 
§ljtiften, bie an einen petfonlicfjen ©Ott glauben, bet alle €teigniffe auf €tben 
nadfj feinet 2Bei$fjeit gelenft Ijat, f 0 uneljtetbietig bem SBetfe iljteS ©otteä gegen- 
übetfteljen, baß fie an bem geitaltei unb bet 2ltt bet €ntfte^ung beö S3ut^eö bet 
93üdfjet SJetbeffetungen bot^une^men fidb etfüljnen, bag fie ^atfadben i^ten 
©laubigen botentljatten, unb stoat fotoo^l ben üaien alg audb einet gtoßen Qa^l 
bet ©eiftlid^en, obtoo^l bodfj i^t ©laube eigentlid^ bon iljnen betlangt, in bet 2ltt 
unb SDeife, toie unb toann ifjt ©ott bie S3ibel entfte^en ließ, a3otlfommen^eit su 
fe^en, bie Ujre eigenen €tsä^lungen an SDei^eit Ijodfj übertagt. 

2Dit letnten in bet ©cfjute, im Üonfitmanbenuntettia^t unb im üefjtetfeminat, 
ba§ baö alte Seftament gu ben älteften S^eligionbüdbetn biefet €tbe gehört; man 
betft^toieg un$ bie SDa^t^eit, ba§ bon allen Religionen, bie bot unfetet 3dt- 



2 



tedjnung entftanben unb beten ©laubenägeljalt in 33üd)etn niebetgelegt ift, bie 
jübifdje SJteligion im alten Seftament bei toeitem bie aUetjüngfte Sftiebetfdjtift befifct. 

£Me tljeologifdjen ©elefjtten bon großem Söiffen fdjtoeigen fid) übet bie £at- 
fadjen aus. £>a$ 33udj eine« großen djtiftlidjen ©elefjtten, bet fid) aber Dom 
Cfjtiftentum abtoanbte, ©tetoatt 0lo§, ba$ bie (gntftefjungseif unb €ntftefjungatt 
be$ alten unb neuen ieftamenteS bot bem Söeltftiege in <£nglanb unb anbeten 
ßänbetn einet bteiten £>ffentlid)feit befannt gab/ toutbe nadj beften Gräften tot- 
gefdjtoiegen, ba e$ nidjt toibetlegt toetben tonnte, ©ie Template feine« 93ud)e$ 
(„God and Ms book" obet „ £fefjoba'$ gefammelte 3ßetf e") toutben mit biet €ifet 
toiebet aufgekauft unb finb faum nod) auffinbbat. 

€t ftatb böllig betatmt in£onbonim#afjtel906. SBenn ßtben leben, fo müffen 
bie toenigen etljaltenen Template in ben betfdjiebenen Äänbetn alfo nod) eine 
längere Seit überbauetn, bis Satfadjen übet bie ßntftefjung bet23ibel unb anbete« 
toiebet ben Söölfetn batdj fein 23ud) befannt gegeben toetben fönnen. ©a nad) 
ben bisfjetigen teid)$getid)tlid)en €ntfd)eibungen gut ©tunbe tatfädjHdje $eft- 
ftellungen übet bie ©tunblage bet ilefjte bet Stiften, fo aud) übet bie 33ibel, 
nidjt mit ©efängniS bebtofjt finb, bie gtoeite Äefung be$ § 166 abet nad) ben 
amtlidjen Stläutetungen audj bie ilefjte einbeziehen foll, fo geben toit einige 
toidjtige Satfadjen übet bie €ntfteljungatt unb ßntftebunggeit bet 23ibel fjeute 
untet ^etangie^ung be$ genannten 33udje$, abet aud) toidjtiget tfjeologifdjet 
SBetfe, befannt, unb gtoat bettadjt* idj in biefen geilen ba« alte Seftament. Odj 
laffe gunädjft bie 23ibel unfeten Äefjtmeiftet fein. 

öra 5. SJlof. 31, 26 toutbe ben ftuben übet bie Slufbetoafjtung bet 5 S3üdjet 
Sftofe folgenbeö ©ebot gegeben: 

„Stefjmet ba« 33ud) biefe« ©efe&e« unb leget e« an bie Seit* bet Üabe be« 33unbeß bea^ertn 
Cute« ©otte«, baß e« bafelbft ein 3euge fei toibet ZHdj." 

93fö gut ©tunbe biefeS ©eboteS Ratten in bet 93unbe$labe nut bie gtoei ©tein- 

tafeln mit ben sefjn ©eboten gelegen, bie auf bem ©inai bon SftofeS in ©teine 

getifct toaten. £>a$ alte Seftament meibet uns bas fttenge Söetbot, je in biefe Äabe 

fjineinsufefjen; e$ meibet uns, baß mefjt als 50 000 ftuben getötet toutben, toeil 

einige biefe« ©ebot übettteten Ratten, ©o toutbe - nach bet SMbel - ftafjtljunbette 

Ijmbutdj bon niemanb ba« 33udj angefefjen. ©et #ofjeptieftet fptadj ftatt beffen 

mit tfaljtoeh felbft, toenn biefet fidj bon Seit gu Seit auf bet 23unbeSlabe auf ben 

klügeln bet bocfsbeinigen €fjetubim im bunflen 2Uletfjeiligften beS SempelS 

niebetließ. €tft untet bem -Honig ©alomo toutbe bie 33unbeSlabe geöffnet, unb 

fielje ba, bie einsige unmittelbate ©ottoffenbatung auf biefet €tbe in jenet Seit, 

bet4*entateud)",bie „Sfjota", bie ffi n f 33üchet9nofe mit bet ©djöpfunggef Richte, 

bet ©efc^ichte bet ftuben bi« su 97lofeö Xob, mit ben ©efefcen 97lof eö einfchlie§lich 

allet im Äanbe 97loab gegebenen, toaten übetfjaupt nia^t me^t batin. SDaS S3uch 

bet SSüc^et toat auf itgenbeine Söeife betloten gegangen! 1. Könige 8: 

„6: 2(lf o btadjten bie ^tieftet bie fiabe be$ ?8unbes JJa^toe^« an l^ten Ott, in ben €l)ot be« 
Saufe«, in ba« ailtetfjeitigfte untet bie fflügel bet C^etubim " 

„9: Unb toat nia^t« in bet fiabe benn nut bie 3too fteinetnen Safein be« SftofeS, bie et hinein- 
gelegt hatte am #oteb, ba bet #ett mit ben ^inbetn öftael einen S3unb matöte/ ba fle au« 
Sflg^ptenlanb gesogen toaten." 1 ) 

x ) Sie Üabe felbft mit blefem Onbalt toetf dötoanb fpätet bSlüg. Qetemia« hat fle in einet un- 
betannten Söhle betftecft unb ben Singang betfiegeftl 

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9ttd)t „böStoillige" 9ttd)td)riften, nein, bie 23ibel felbft teilt atfo mit: bie fünf 
23üd)er be$ SftofeS, baS „SBort ©otteö", bie „unmittelbare Offenbarung" toar 
betören gegangen ober geftoljlen toorben! (Sine SJbfdjrift toar audj nidjt bor- 
Ijanben. Sftitljin ift, nad) ber SJuöfage beö alten Seftamenteö felber, ber einsig 
erhaltene Seil ber 23ibel bon Sftofeö Reiten l)er ber £>efatog, bie 10 ©ebote, auf 
Stoei (Steintafeln geriet, biefe aber finb an unbefanntem Ort in einer £öl)Ie ber- 
ftetft. fragen toir nun: toie att ift ba$ alte Seftament absügtid^ ber stoei (Stein- 
tafeln, auf benen bie 10 ©ebote fteljen - fo melbet uns bie 33i6et feljr erftaunlid)e 
toeitere <5d)itffale, bie man uns, toie baö eben ©enannte, im SKetigionunterridjt 
borentfjalten Ijat. (Stetoart 9toß er3äljlt: 

„SBäfjtenb 350 gottüerlaffenet $aljte mußte bte 2Jlcnf*^^cit gufeljen, toie fie oljne bic 2Berfc 
Sftofe fettig toutbe unb niemanb fonnte f id^ auSbenfen, toaS ©Ott toofjl mit [einem Söetfe getan 
Ijabe. . . . 350 3aljte naefj jenem Sage, ba man 311 ©alomos Reiten bie £abe öffnete unb ,fein 
23udj be$ ©efefceö' batin fanb, fprai^ ber #oljeptieftet #ilfia gu bem ©djteibet ©apljan: 

,3dj Ijabe ba« ©efetjbudj gefunben im ^aufe beö #ettn'." „Unb #ilfia gab baö 23udj 
©apfjan, baß et e$ läfe." (2. Ron. 22, 8.) 

£>a$ 3Bort ©otteö toirb atfo mit einem 9JWe gefunben. SBer Ijatte eö 350 ftaljre 
im Tempel überfein tonnen? 3Bie unb too Ijatte ftitfia e$ benn gefunben? (Seit- 
fam, er fagt e$ toeber bem <5d)reiber <5apljan nod) bem SlöniQ Sofia, bem er e$ 
bann bringt. Unb nod) feltfamer: ber .ftönig, auf ben baö S3ud5 einen fo großen 
(Sinbrutf madjte, baß er gans toctstueifett feine Kleiber serriß, fragt ifm audj gar 
nid)t, too unb toann er e$ fanb. Sofia beftef)t aud) nid)t barauf, baß e$ ben <5d)rift- 
gelefyrten sur 23egutad)tung borgelegt toirb. 2Jdj nein, mir lefen unb ftaunen: 

„Sa gingen #ilfia, ber ^tieftet, 2Iljifam, 2ldjbot, ©apljan unb Slfaja 3U bet'ißtopljetin .Joutba, 
bem Söeibe ©allums, beö ©ofjneS Sbjftoaä, beS ©ofjneS ioatfjaö, be5 iftütetS bet bleibet, unb 
ff e tooljnte gu tJerufalcm im anbeten Seil unb flc tebeten mit iljt." (2. Mn. 22, 14.) 

©er Sinbrutf auf bie 3Bei3fagerin ift erfd)ütternb. <5ie tobt nidjt ftütia unb 
baö 23olf, nein, fie flud)t bem ^unbort unb bem 23olfe einfdjließlidj bem $inber, 
toeiöfagt bann bem .ftönig eine anbere SobeSart als ba$ näd^fte Kapitel melbet 
unb gilt bennod) als triftiger 3*uge bafür, baß #iIfiaS S3ud5 toirflid) baö „2öort 
©otteS" toar! 9tun, toenn e$ bieS getoefen ift, fo foUte boa^ jeber ertoarten, baß 
bie ftuben, burc^ baö <5djicffa( beö ertebten ^eriufteö belehrt, bie Offenbarungen 
©otteö, bie unerfe^lia^en, nun ettoas beffer aufbetoa^ren toürben. 9tein, baö 
„S3ud5 ber 33üd5er" geljt toieber gu ©runbe, ift toieber nid5t me^r ba, unb baö 
„3Bort ©otteö" muß 150 fiafyxe fpäter - um baö ft'afjr 450 bor beginn unferer 
ßeitrea^nung - gans n^u gefd5 äffen toerben! 6tetoart ?loß berietet: 

„JÖilfia fanb ba3 S3ua^ im Sempet, abet €fta fa^eint eä in feinem eigenen i?opf aufgeftobett 
3U Ijaben. $Kaa^ bet Slücffe^t bon bet 70jäljrigen JÖetbannung an ben Söaffetn S3abel3, fa^ Sfta 
bie SKottoenbigfeit ein..." 

„©ein ©efe§ ift betbtannt, be^alb toeiß fein SJ^enfa^ bie ©inge, bie ©u getan. . ." 

©ann berpf (iahtet er fid): 

„Sllleß 3U fa^teiben, toaö in bet SDelt gef a^e^en ift bon 2Inf ang an, alle ©tage, bie in ©einem 
©efefce gefdjtieben toutben, bamit bie S^enfa^en ©einen Sßeg finben." 

SJtfo toir fte^en Ijier bor ber unö fefjr überrafdjenben ^atfaa^e, baß baö alte 
Seftament in feiner ätteften Ouellenfa^rift, ber bon (Sfra, 1000 fiafyxe jünger ift 
als 9ftofe$ unb anbere 9veligionbüd)er ber großen bord5rifttid)en Religionen unfereö 
6terneö! 2Jua^ ber 33ibeUefer fann biefe iatfa^e feineötoegö ber 33ibet ent- 
nehmen. 6ie ift barin forgtid) berfa^toiegen. 3n ben23üdjern bergaa^teute, fo bei 



4 



ßaufcfdj, 2 ) erfaßten toit, baß bic ^entateudjftitif etft im fia^ie 1753 enbgültig 
feftgeftellt bat, baß bie 5 33üdjet Sftofe, biß toir im atten Seftament lefen, nidjt 
bon SJtofeS, nein, ctft im 5. £fabrijunbett bot <£btiftuS niebetgefdjtieben tourben. 
SIbet immerhin, toir (ebten bocfj im 19. unb 20. ^afjrfjunbett, es fjätte uns fdjon 
mitgeteilt toetben müffen! 3m 23udj <£fta betfdjtoeigt (Sfta feine getoaltige Äeiftung 
felbft. SIber bie ^otfdjet melben uns, baß bie üblidje Übetfe^ung in <£fta 7 23etS 12 
falfdj fei. <£S beißt nidjt „<£fta, bem ^tieftet unb Ödjriftgelefjrten", fonbetn 
„<£fta bem ^tieftet unb Ödjteibet". 9iun, audj baS ift eine tedjt fdjamßafte Sin- 
beutung bet Söafjtfjeit. SIbet toeit toefentlidjet ift, baß bie .ßttdjenbätet bet ftübe- 
ften $abtbunbette gang befonbetS ftols auf biefe 23ibelentftebung finb unb be- 
rieten, baß <£fta baS „2Bott ©otteS" ganj neu unb aus bem .ßopfe niebetfdjtieb. 
6tetoatt 9loß fübtt hierfür bie SBotte beS CtemenS oon Sllexanbtia an: 

„3n bet ©efangenfdjaft Sttebufabnesatä toaten bie Ödjtiften sctftott tootben unb gu Seiten 
beS 2Irta*er;ee$, Honigs bon <)3etfien, ptopfjeseite @fta, bet fiebite, toetdjet infpitiett to»tben 
toat, bie ^etfteUung alter alten 6cfjtiften." 

<£t melbet, baß Settutttan f abreibt: 

„SKadjbem Setufatem butrfj bie babbtonifdje 23etagetung setftött tootben toat, fdjefnt Jebtoebe 
Utfunbe jübifdjet Äitetaten bon (£fta toiebettjetgeftellt tootben su fein." 

$l)nli(jfje 23eteuetungen berieten ötenäuS, ioietontjmuS, 23afiüuS, (S^ttjfofto- 
muS, SItbanafiuS, £eo 23t)cantinuS unb anbete .ßitdjenbätet. Sftan fiebt, in jener 
3eit, in bet bet fjeittge SettulKan nodj fagte: „8dj glaube, baß ©otteS 6obn but 
<£tbe fam, toeit e$ finnlos ift" — unb: „idj glaube, baß ©otteS 6obn bon ben 
Üoten aufetftanben ift, toeit es unmöglidj ift", — ba toat man nodj ftolg auf baS 
„Sßunbet", baß <£fta baS alte Seftament mit fünf Ödjteibern in 40 Sagen aus 
bem .fiopfe fdjtieb! <£tft fpatet betfdjtoieg man baS liebet bottenbs unb lehrte 
uns, baß bie 5 23üdjet SftofeS beS alten SeftamenteS baS „ebttoütbige bittet oon 
2300 labten baben" unb bon SCRofeö, absüglidj bet 23efd)teibung feines SobeS, 
felbft gefdjtieben feien! 

2Ibet nidjt nut jene ^eiligen, nein, audj Sbeotosen aus junget unb jüngftet $eit 
beteuetn unS, baß feine S3etoeife bafüt botbanben finb, baß bie ältefte 33ibel bon 
(SftanicbtnutauSmünbncbenObetnefetungenniebetgef^tiebenift.Öo fagtßautjfd): 

ift inäbefonbete nidjt nadjsutoeifen, ob unferer alteften Öuellenfä^tift nur münoiicfje 
ÖBetnefetung gut Setfugung ftanb ober fa^on Slufseidönungen." 

Ötetoatt 9loß fübtt unS bie febt fennseidjnenben Söotte beS ÜbßotoQen 9leb. 
©t. 3tonS, ©ombettn bet 6t. ^ßaulS-ßatbebtale in fionbon an: 

„6o müffen toir bodj sugefien . . baß toir uns in 2Birflidjfeit auf nidjt« anbete« ftüfcen, al« 
auf bie ungeheure Begabung unb Eingebung bet ©djteibet in @fta8 Jagen - Talente unb 
Snfpitationen, toeldje bi« je^t nut eine #t)potfjefe finb, bon bet unä bet eigene 23efi^et" (<£fta 
im S3udje €fta) „nidjt ein einiges Söott ersä^tt! 6o taumen toit unf entbot ein, baß bie 
fiitetatutgefdjirfjte be« Sitten Jeftamente« bot Sfta bettoten ift." 

6o fptedjen bie geteTjtten 3:bßo^9ßn untet fidj. 2Iuf bet fanget bet 6t. $auts- 
Üatl^ebra(e toitb ©r. tfronS toobt ben Öa^äflein bon bem „unantaftbaten@otte$- 
toott" geptebigt baben, baS bon SJlofe 1450 bot ^btiftuS niebetgefdbtieben, tteutia^ 

8 ) „Sie fjeilige ©djtift be« Sitten SeftamenteS in 93etbinbung mit ^tofeffot 23ubbe in 9nnt- 
butg, ^Ptofeff ot ©utlje in fieipsig, ^jtofeffot #ötf djet in SJ^atbutg, ^tatat ^otsinget In fiublüig«- 
butg, ^ptof effot iTampbaufen in 23onn, ^tofeffot Äittet infieipsig, ^tofeffot fiöfjt in J?6nigg&ctg, 
^Jtofeff ot S^attin in Sein, ijkof effot SRot^ftein in Sftünftet unb ^tofeffot ©teuetnagel in 23te$tnu, 
übetfe^t bon €. Äau^fdj in SOetbinbung mit ftü^eten SJ^itatbeitetn unb ^tofeffot SißfetM in 
Lettin, IjetauSgegeben bon 21. 23ett^otet, iJ3tof effot in (Böttingen, 23anb 1 unb 2. Bübingen, 
ffletlaß 3. €. B. SRotjt, 4. Sluftaße 1923." 



5 



betoafjtt tootben unb bis auf ben Sag etfjalten fei. ©tetoatt SKoß etinnett uns mit 
SRedjt an ba$ 2Bott: „tfdj fjabe £Mt biß gtoße Säufdjung gegeben, auf ba§ £)u 
bßt fiügß glaubteft." 

Siftoa) übettafdjenbet füt bßn fiefet toitb abet biß Satfadje fßin, baß bißfß bßt- 
ljältntömäßig fi> junge Quelle, in bßt atfo ßin jübifdjet ©djtiftgetefjttet €teigniffe 
beticfttet, öietoieletaufenb^afite bot feinet ©ebutt gefdjafjen, unb als jüngfte €t- 
ßigniffß Diejenigen niebetfdjtieb, biß mefjt als taufenb $aljte bot üjm, gu 2Jlofeö 
3eit,fid)3ugctragen Ijaben fotten, nodj nidjt ßinmat biß 5 23üdjet 2ftofe$ umfaßt! 
©iß fd)tifrlidje SJufseidmung bßt ^ßfatmen, ^topfjeten unb anbßtßt 23üdjet beä 
attßn ieftamenteS, ja audj toidjtige Seile be$ ^3entateudj$ fetbft finb atfo nodj 
jüngßt at$ €fta! 2Bit tefen bei ßautjfdj: 

„Saß ©efegiucf) 6fra8 toat nidjt ber heutige $entateudj. ©enn cö toäre gans toibctfinnigr 
ja unt>enf&at getoefen, baö prieftertidje ©efetj, auf bai botf) €fta alles anfam, mit einet ffütte 
anberöartiget ©efefce unb 23eridjte su betfdjtüetgen." 

2Beit etftauntidjet nodj al$ bißfß Satfadjen ift biß 23efdjaffenljeit bißfßt atteften 
Ouelle eines Weites bßt 5 Südjet 2Jlofeö. Obfoofjt tuit in Sftefjemia Kapitel 8— 1 0 
fjoten, baß €fta auf bßt „bteitßn ©ttaße" bßm 23olf tagßtang aus bßm 23udj ©ottes 
botlißft, unb auSbtücfüdj gßfagt toitb, baß ba$ S5otf „atteö betftanb", obtoofjl e$ 
fßtnßt Satfadje ift, baß biß ftuben 3 Ut geit €ftaS biß fjebtäifdje ©ptadje übet- 
Ijaupt nidjt mefjt fannten, fiß toebet gefptodjen fjaben nodj tefen fonnten, ift e$ 
toeitet Satfadje, baß ba$ 23udj ©otteS, ba$ €fta aus bem i?opf niebetfdjtieb unb 
botlag, in altfjebtäifdjen 23udjftaben gef Stieben ift! 

tfdj muß benfiefet allmäljlidj an bie ungefjeuetlidjen Satfadjen getoöljnen, unb 
fo fott et benn jetjt etft etfaljten, baß biefe ältefte 23ibet eine gans etftauntidje 23e- 
fdjaffenfjeit fjat. 6ie ift nidjt in Kapitel unb Setfe eingeteilt. £>iefe Einteilung 
toutbe etft im 9ftittetattet gemalt. Slbet fie ift audj nidjt in ©äfce abgeteilt, ja 
nodj nidjt einmal in 2Dotte! 6ie enthält audj gat feine SSofale (©elbfttaute) ober 
Slnbeutungen, too ein SSofal unb toeldjet Sofal fjinsusutefen ift. Mn, biefe €fta- 
bibel toat eine 2lneinanbetteifjung bon Seidjen füt üonfonanten ofjne jebe 2öott- 
obet ßafcabteitung, ofjne jebe Slnbeutung einsufügenbetaSofale! 3dj ^alte $unätf)ft 
nodj eine toeitete Ungebeuetlia^feit 3Utücf unb gebe ba$ ^affimile auö 5. 9ftof. 6, 
baö 6tetoatt SRog botfü^tt, um unö ein ftateS 23ilb bon biefet Ouelle su geben. 
€t befa^onigt infofetn nodj, als et beffete ©djtiftseidjen au$ febt altem ^ebräi(d) 
füt bie ßonfonanten (nämlia^ auö bem 9ftatabatifdjen 2Jlanufftipt) toaste, al^ 
fie su €ftaö geit gef Stieben toutben: 

©amit nun bet üefet fidb botftellen fann, in toetdjet i^latbeit unb €inbeutig- 
feit biefe ältefte 33ibet bon €fta, baö 3ßott ©otteö, bie unetfefclidje unmittelbare 

i 



Offenbarung, gefdjrieben tüar, fo toaste idj eine 6tctlc auä 5. Sftof. 6 unb fc^c 
alte .ftonfonanten beS ©eutfdjen Se-eteS, oljne einen Unterfdjieb gtüifdjen großen 
unb Meinen .ftonfonanten gu machen, ofjne 6a$- ober SBortabteilung unb oljne 
bie bagugefjörigen Sofale angubeuten, bor bie Slugen be$ £efer$ fjin unb tüäfjte 
babei bie £utljerüberfe&ung: 

Dgbbn^trnbnngttfrc^tftnb^UftUfnrc^tnbgbtbc^brgbtbnb 
bnfnbrnbbnfnbsfnbrllrlbtgfbßljtlnglbt 

60 atfo fiefjt bie £}uelte be$ Sßorteö ©otteS aus, an bem, tüie im neuen Sefta- 
mente fteljt, nadj $efu Söitten „fein 23udjftabe nodj Sütteldjen" falten barf, „fo- 
lange bie @rbe ftefjt, biö baß altes erfüllet ift". Sdj bitte ben £efer einmal ben 
Serfudj su madjen, ein bitfeö #eft allein mit atten berfdjiebenen £e$arten gu 
füllen, benen er biefen einen 23ibefoer$ gugrunbe tegt. Da er ja bie 23udjftaben 
gang naefj feinem belieben in Söortgruppen trennen fann unb iljnen gang nad) 
feinem belieben atte mogtidjen 93ofale bor- ober nadjfefcen barf, fo berfügt er 
über atlerljanb bölttg boneinanber abtoeidjenbe Sexte! 

£)abei fjabe idj gunädjft Ijier nodj Ödjonfärberei getrieben, benn 6tetoart 9toß 
teilt un$ mit, baß biefe atten 6djriftgeitf)en gur @frageit feineötüegö fo flar un- 
terfdjeibbar finb tüie bie i^onfonanten unfereS SttpljabeteS, im ©egenteil: 

„biele fjebräifdje 23udjftaben finb einanber fo äfjntidj, baß man fie in ber ©djrift faum 
unterfdjeiben fann; fo 3. 33. g unb n; b unb c; b, r unb 3; Ij unb dj; ufto. 2Ilfo toaren eS 3U- 
nädjft bie 3toeifelfjaften 23udjftnijen, über toetdje bie Herren ber QTlaffota' 3U entfdjeiben Ratten; 
banadj toürbe 3U beftimmen fein, tote biete 23udjftaben 3U einem Söort gruppiert toerben mußten." 

©a$ 3lätfelraten bei ber ^Deutung biefer für baö #eil ber Sftenfdjen unerfe§- 
licfjen, unmittelbaren ©ottoffenbarung geigt, tüie bie Geologen felbft gugeben, 
eine ungeheure 23reite allein für bie i^onfonanten; allein für fie gibt e$ 800 000 
£e3arten! 60 fagt ber berüfjmte SIpologet ^rofeffor SftofeS 6tuart: 

„3n ben fjebräifdjen 9ftanuffripten, toetdje unterfudjt tourben, fommen in S3ejug auf bie 
tjebräifdjen i?onfonanten tatfädjtfdj 800 000 berfdjiebene ÄeSarten bor; toiebiete betreffs bsr 
SJofalpunfte unb S(f3ente, öaS toeiß niemanb." 

2öa£ biefe 93of alpunfte finb, baS toerbe idj erft fpäter mitteilen, toenn idj geige, 
auf toetdje 2öeife bie ftuben, ftatt be$ bietmittionenfadje ^Deutung gulaffenben 
Se-eteS ber 23ibet, im üaufe ber $afjrfjunberte bi$ ins 11. $atjrtjunbert be$ Sftittel- 
alterS hinein eine fjebräifdje 6d)rift, bie nidjt millionenerlei 23ebeutung ^atte, 
fdjufen. gunädjft fefjen toir ba3 2öort ©otteS in einer 2Irt unb Sßeife burdj ^fra 
biefem 6terne übermittelt, bie eö eigenttid) genau fo berljültt, tüie toenn e$ gar nia^t 
niebergefa^rieben tüäre! SIngeficfjtS fötaler ^atfaa^en begreift ber £efer allmäl)- 
tid) baö eiferne 6djtoeigen über Sllter, ^ntfte^ungart unb 23efdjaffenfjeit be*S 
älteften 9)^anuffripteö beö alten SeftamenteS. ^r berfte^t aber audj, baß bie 
C^riften ber erften $aljrijiinberte fia^ bie ^ntfte^ung eines erften einbeutigen grie- 
d)ifa^en SexteS beö alten ^eftamenteö nur burdj ein Sßunber ©otteö erftären 
fonnten. ZMefer ättefte Xext, ber ba$ gefamte alte ieftament, nidfjt nur einen Seil 
beö ^entateua^ö, umfaßt, ift, tüie bie Geologen uns melben, im bierten tJa^r^unbert 
nadj 3efuö in testet Überarbeitung buttf) ben 9Jlärtt)rer üueian, ber 311 ftarb, 
ben 9Jiärtt)ter ioeft)d)uö unb burdj DrigeneS in feiner „i^exapla" bollenbet tüorben. 

Sllfo tüir fjaben ^3falmen unb ^rop^eten unb bie übrigen 23üdjer beö alten Sefta- 
menteö außer bem ^3entateud5 erft 300 $aljre naa^ ^fefuö bon Sparet!) fd5rifttic^ 
fertig bor uns, bie^mal 311m ©türf aber nid)t me^r mit bielmittionenfaä^er unter- 



7 



fdjieblidjer 3Bortm6glidjfeit! SBic tuarcrt fic 3uftanbe gekommen? £Me erften Tri- 
ften ergäben fidj herüber ein 3Bunber, ba3, toie idj midj überseugen fonnte, bie 
fritifdje ifjeologie unferer 3eit nidjt mef)r aufregt $u erljalten toagt! Slber bie nid) t- 
fritifdje£fjeologie, b. i baö große #eer ber .ftanselr ebner, erfährt im (Seminar nodj 
baö früher geglaubte fdjöne SBunber. ÜEftart toeift auf einen fogenannten SJrifteaö- 
brief fjin; in ifjm toirb gemelbet, baß unter iftmig $tolomäu3 II. IßfjitabelpfjuS 
(285—247 to. <Sf)t.) 72 jübifdje £)otmetftf)er auf ber einfamen Önfet Ikarus bei 
aileianbria öom ilönigsuf ammenberufen tourben; bie fjätten bann bort bie 5 S3ü- 
djer Sftofe, ben ißentateudj, überfe^t. 6o tieft man es audj Ijeute nod) in ben 
Äeiifa über bie (£ntftel)ung ber ©eptuaginta! Unter bem 3Bort „Slrifteaö" tieft man 
aber, baß biefet einfjeibnifdjer #ofbeamter su ^totomäuö 3*iten toar, baß aber ber 
2Jriftea3-53rief £[afjrfjunberte nadj feinem Xobe gefcfjrieben, mit anberen 3Borten 
nidjtö anbereS als eine plumpe ^älfdjung ift. tJmmerfjin ftimmen ber gefälfdjte 
2Jriftea3-33rief unb bie tfjeologifdjen $orfd)er Darüber überein, baß sunädjft (nadj 
bem 2Jriftea3-23rief unter $tolomäu3) nur am ißentateudj „überfe^t" toorben fei. 
SJIte übrigen 23üdjer fallen in toeit jüngere Seit unb tourben, toie gefagt,erft 300 
tJafjre nadj 3efu3 toon SKasaretfj fertig. £>ie djrifttidje iftrdje beruft fidj bei biefem 
©eptuagintatounber in ben früheren £[afjrljunberten beö <£f)uftentum3 nidjt gern auf 
ben 2Jriftea$~23rief, gerabe toeil eSifjr lieber ift, baß man allen 23üdjern beö alten 
SeftamenteS unb nidjt nur bem ißentateutf) eine toordjriftlidje (£ntftefjungseit su- 
traut, £)rei, fidj an 3Bunberfudjt übertreffenbe ^eilige, finb bafjer ertoünfdjtere 
Seugen. Unter ifjnen ragt SJuftinuS 9ftartt)i fjert>or. ©tetoart 9voß ersäht unä: 

„tfuftinuS 2ftattt)t ... ift eine große Slutotität inSesug auf bie ©eptuaginta/ bie bteifjunbett 
unb einige $af)te bot feinet ©ebutt fjetauögegeben luutbe. . . . 3ie ©Raffung bei ©eptuaginta- 
betfion ift gat nodj tounbetbaret als 150 $af)te ftüfjet bie fieiftung (SftaS unb feinet fünf 
©bleibet. 2Bie 2ftattt)t etsäfjlt/ ließ Peinig ^tolomäuS bon S'fgijpten ftebsig Sännet in fiebsig 
eingelnen Sellen einfließen unb befahl Urnen bie 33i6el su übetfetjen/ ofyne fidj unteteinanbet 
3U betftänbigen. 3113 bie fiebgig flbetfe^ungen fettig toaten, mutben fie genau miteinanbet bet- 
glidjen unb eö ftellte fidj fjetauS/ baß fie verbatim et litteratim übeteinftimmten. Sllle 
äßöttet unb alle 23udjftaben waten in jebet öbetfefcung biefelben." 

Unb toie betoeift uns ftuftinuö 9Jlartt)r feine 23efjauptung? 

„ftuftinuö 9ftattl)t ftüüjt bie göttlidje 2Daf)tf)eit butdj bie 33etfidjetung/ baß et mit eigenen 
Slugen bie fiebsig Kammern faf), in toeldjen bie fiebjig ©djteibet . . . btaufloS {titelten. SXtctcn- 
f)et teilt et unö noä^ mit/ baß eö iöetobeß/ ^önig bei ^uben r roat/ loelä^et biefe fiebsig ^eiligen 
©ä^teibet sum ^tolomäuö fanbte. 9tun ftatb abet 'iptolomäuö bteifjunbett 
iJa^te 6ebot Getobes geboten toutbe." 

3e^t gibt eö allerbingö für un$ feine -Stoeifet me^r: toenn einSftenfdj, ber me^r 
alö 300 tKa^re nadj bem gemelbeten Ereignis lebte, bie 70 gelten fafj, toie fottten 
biefe gellen nidjt betoeifen, toaö SBunberbareö barin gefcfjeljen ift?? Slber toir be- 
greifen bie ^rfurdjttofigfeit ber gilben un ^ Triften nia^t, bie bodj fetbft im 
„SBorte ©otteö" immer toieber ben ©lauben an bie ©öttlidjfeit einer ^rfa^einung 
bura^ bie 3Bunber, bie toon i^r auögefjen unb mit i^r gufammen^ängen, ertoiefen 
befommen, baß fie ben trtoiaten, gänslidj unrid)t(gen SluSbrutf „öberfe^en" für 
ba$ ^ntfte^en ber ©eptuaginta antoenben! 2luö ben Sveiljen tion ununterbrodjen 
gefa^riebenen ^ebräifa^en i^onfonanten, bie einen toietmittionenfadjen ©inn ^aben 
fonnten, toirb ba ein toortltdj unb budjftäblid) übereinftimmenber 2eit toon 70 
bjto. 72 in ^injel^aft gefet3ten gilben niebergefa^rieben, unb für biefet unerhörte 
SBunber toasten bie^a^toe^gläubigen baö 3Bort „überfe^ung"? 6ie müßten allen 



8 



<£fjtfften auch bie tarnen biefer 70 ober 72 ftuben, blc einen fo ungeheuren 33e- 
toeiö ftarfer göttlicher Srleudjtung gegeben haben, mitteilen! Slber nicht toafjr, 
toer ba$ 3Bort „überfein" tieft, ber benft an ba$ überfein eines griedjifchen 
ober lateinifdjen 6a^e$ in eine anbete ©pradje unb glaubt natürlich/ baß ein 
einbeutiger hebräifdjer Sest überhaupt fdjon toortag! 

£>a$ attertoidjtigfte Ergebnis be$ gemelbeten 2Jriftea$-33riefe$ unb ber toon ber 
$orfd)ung erfannten Satfädjltchfeit ift aber, baß <£fra nur ben ^3entateud5 untooll- 
ftänbig fdjrieb, bie ©olmetfdjer unter ^ßtolomäuS atfo auch nur biefen „über- 
lebten", baß bie übrigen 6djriften ber 6eptuaginta aber allmählich in jüngeren 
Seiten niebergefdjrieben tourben, bis hin sum <£nbe be$ 3. ftafjrh. n. ^riftu^. 

6tefjen mir atfo sunädjft toor ber erfchütternben Sinfidjt, baß bie Ißropheseiun- 
gen be$ atten Seftamentes auf ftefum, bie „toidjtigften 6tü^en bes ©laubenä", 
nach bem (angeblichen) -Heben, fieiben unb Sterben be$ ftefuS toon -ftasaretfj ent- 
ftanben fein fönnten, fo betoeift bie $orfdjung über ben 2lriftea3-33rief unb bie 
Sntftefjungseit ber 6eptuaginta uns bie$ fogar als 2atfad)e! ©er ^rofeffor ber 
SRechtötüiffenfchaft in Bübingen, Biebrich Sfjubidjum, toeift im 2. SSanbe feines 
in £eipsig bei 9ttax 6ängeroalb 1906 erfchienenen SBerfeS „iftrdjltche plfchun- 
gen" nach, baß bie Behauptung, e$ hätte fchon toor ftefuS griechifche Oberfe^un- 
gen be$ atten SeftamenteS gegeben, nicht haltbar ift, unb fagt 6eite 40: 

„ . . . an foldje unb anbte ©ttoljljatme Hammett ficf) bas 23eftteben, bie tootdjtifttidje €nt- 
ftefjung bct" (gtiecfjifcfjen) „06et[c^ung glaubhaft 31t machen." 

SBeit erfchütternber noch ift aber feine ^eftftellung ber Sntftefjungseit ber 6ep- 
tuaginta unb be$ gefütfdjten 2Jriftea$-33riefe$. <£r führt ben 9tadjtoei3, baß anfangs 
baö <£htiftentum fich feineStoegS auf jübifche ©chriften begießen toollte, unb baß 
erft bie chriftlidjen ^riefter be$ 2. ftafjrfjunberts nach @hriftu$ auf ben ©ebanfen 
famen, €hriftuö als ben in ben jübifdjen ©djriften getoetefagten SfteffiaS auszu- 
geben. Unter Einführung ber $orfd)ungergebniffe anberer ^orfdjer toeift er. ferner 
nach, baß erft im stoeiten ftahrljunbert unb 6iä ins toierte ftahrljunbert hinein bie 
^rophetien be$ atten SeftamenteS auf ben jübifchen SfteffiaS in ber griechifchen 
f berfetjung ber 6eptuaginta abgeänbert ftnb, fo baß fie auf £$efu$ toon Kareth 
paffen fonnten, unb fagt auf 6eite 224/25 beö 2. 93anbe$ feinet 2Berfe$: 

„Um baä glaubfjaft 3U macfjen, toutben unselige ©cfitiftftütfe unb Sßüdöct gefätfcfjt unb bet- 
fätfcfjt. 33ot alten Singen berfätfdjte man in bet ©tiecfiifcfyen übetfe^ung be8 SHten Seftamentö 
betriebene ©teilen in ben ptopfjetifdjen 33üdjetn, namenttidj im ftefaia, macfjte baä 53ucfj 
Saniel um 500 ftafjte älter, unb erfanb eine Steilje angebtid)et göttlicoet Sßeiäfagiungen au$ bet 
gtaueften 23ot3eit, um bet ©teile im 53udj £>aniel Äap. 1, 13 eine anbete ^Deutung 3U geben 
unb baä 2ßeltgeticöt auf's ©enauefte auö3umalen." 

^hubichum betoeift unö, baß gleichseitig mit biefen ^fätfdjungen be$ atten 2efta- 
menteö auö obengenannten ©rünben im 2. ftafjrfjunbert in bie fogenannten (han- 
gelten, b. h- in bie toietertei Stählungen Unbefannter über ©eburt, lieben, Rei- 
ben, 'Xob unb Sluferftehung be$ 3efu^ toon ^a^areth/ entfprechenbe iointoeife auf 
^ßrophetien be^ atten SeftamenteS eingefügt tourben! 2luf biefe 3Beife f läppte 
natürlich ^rophetie unb Erfüllung auf baü ^jerrlichfte. ©amit aber jeber 93er- 
bacht auf eine Derartige €ntftehung burch grauenbolle $ätfd)ung toertoifcht toer- 
ben fonnte, tourbe bann ein 33rief mit benfbar unroahrfcheintichem Inhalt berfnßt 
unb su einem 2lriftea^-33rief umgefätfeht, ber bie Sntftefjung ber 6eptuaginta 
um bie ^leinigfeit t?on 300 ^ährchen toortoerlegte! 211^ Ergebnis ber ^orfchung 
f teilt atfo Sfjubidjum auf 6eite 40/41, 2. 33anb, feft: 



9 



„1. SDie ©eptuaginta enthält abfidjtlidje Seränberungen be$ ^cbtüif^cn SexteS, um barauS 
leichter angebliche SBeiöfagungen auf ftefuS (EhtiftuS herleiten su fönnen. .. 

2. hieraus folgt Slbfaffung ber Iberfetjung toie auch beS SlrifteaSbriefö 3U einet Seit, in 
tocldöct bie neuen ^riefter-ßehren übet iJcfuö in Umtauf gefefjt toorben [inb, früheftenS nach 
bem 2fafjr 150 nach efiriftus." 

2ltfo frü^eftenö 150 ftaljre nadj £fefu ©ebutt madjt man ben £ext su ben $rp- 
pljeseiungen auf iljn für ba$ neue unb für ba$ alte Seftament ettoa gteidjseitig! 
Qa$ ift atfo baS gleite, toie toenn in 120 ftaljren jemanb ^roplje3euingen über 
ben 2lu$brudj, ben Verlauf unb ben 3lu$gung beS SßeltfuegeS 1914—1918 oer- 
faßt unb fie in ein 23udj einträgt, baS er bann für ein 23udj aus bem £[afjre 900 
nadj (SljriftuS ausgibt! 

(Srft im 2. unb 3. £JaljrJjunbert m <§ gfafftuS entftanben alfo bie griedjifdjen 
Ü^erfeßungen ber jübifdjen 0^etigionfd)xiften beS alten SeftamenteS. 3 ) £>ie 6ep- 
tuaginta ift aber nur eine oon üjnen. £ine stueite tourbe unter #abrian (117 biö 
138 n. Cfor.) oon Slquüa, eine britte bon 6t)mmadjuS, eine oierte oon £ljeo- 
botiuS, eine fünfte unb fedjfte toon unbef annten 23erfaffern gefdjrieben. 6ie totalen 
toeit ooneinanber ab. £)rigine3 Ijat baS brei £[aljrljunberte nadj (£fjriftu3 baburdj 
oeranfdjaulidjt, baß er fie alle fed^ö in feiner „#e*apta" beroffentlidjt fjat. Sfta- 
türtidj ift biefeS toerräterifdje 23udj toernidjtet. 

£)ie ^effetung ber CfjriftuSgtäubigen an baS ftubentum Ijat alfo burdj oben- 
genannte ^ätfdjungen erft im 2. ftaljffjunbert einen toidjtigen 6djritt oortoärtS 
getan. 8m 4. ^afjrfjunbert tourben toeitere ^ätfdjungen unternommen/ um biefem 
3iel su bienen. Sfjubidjum berietet 23anb 2, 6eite 27: 

„Sie um baö ftaljr 400 gefälfdjten Canones Apostolorum ftellten e$ bann als einen S3e- 
fcfjtug alter 12 SIpoftel hin, ba§ bie pübifdjen 3tetigionSfdjriften „heilig" unb für bie Triften 
maßgebenb feien unb bie römifchen Zapfte nahmen fie bann balb barauf als „QttteS £eftament" 
neben bem „üfteuen" in ihr firdjlicheö ©efe^buch, iljren i?anon, auf. iDaS ^onjil tion Orient 
beftätigte bieö unb $apft Klemens VIII. berfünbete im £(a()re 1593 eine ßaieinifrije Überlegung, 
toeldje fünftig allein ©ültigfeit haben follte." 

Sie ^effelung ber ^riefter an ba$ £[ubentum, bie im 2. ftaljrljunbert begann unb 
im 4. gefteigert tourbe, Ijat bei ber toadjfenben päpftlidjen ^rieftermadjt ben jübi- 
fdjen Rabbinern offenbar nid^t toolt genügt, auef) toaren fie toofjt mit *Redjt ber 
öberseugung, baß fotooljl bie $uben toie bie Triften nodj toeit gefügiger unter 
ba€ SDort ©otteö geftellt toerben tonnten, toenn ein alteö Seftament mit einem 
^entateua^ in Ijebräifdjer Öa^rift entftanb, bem man bann ba3 „ebrtoürbige Slltet 
oon 1450 £faljren o. €^r." anbieten (onnte. 6o matten fid5 benn bie Rabbiner, 
bie allein nod5 Ijebräifdj lefen tonnten, oom 3. ftaljrfjunbert n. S^r. ab baran, eine 
Ijebräifdje 6a^rift su f djaffen, bie nia^t toie bie (Sfrafonfonanten eine oielmillionen- 
faa^e 23ebeutung Ijaben fonnte. ^u ber Slbfaffung biefer 6djrift ftanben i^nen 
(eineötoegS bie (Sfrarollen sur Verfügung. 6ie toaren bei ber Swftorung ^erufa- 
lemö unb bei Verfolgungen ber ftuben, bie \i<$ baran anfd5loffen, längft bernidjtet. 
Slußer ber münblia^en Überlieferung ftanb üjnen fykxw nur ber 6eptuagintatext 
felbft, ferner bie in toeftaramäifdjer 6prad5e fe^r toeitfa^toeifig abgefaßten (Sr- 

8 ) 9Jlan fie^t, mit toelcfjer Sreiftigfeit S^eologen bie JÖffentlidjteit tauften, toenn fie be- 
haupten, lefj hätte in meinem Söucfj „Srlofung bon 3efu Shrifto" Unmögliööfeiten feftgeftelft. 
@ben[o toie ^facottfot unb ©tetnart SRo§ habe icö bort nadjgetiuefen, ba§ toeite 2eile ber 93ibel 
aus alteren inbifc^en unb perfifdjen öuellen entnommen finb. SBir tniffen, bag biefe SJltjt^cn in 
griedjifcfjer flberfe^ung in ber SBibliotljef bon 2lle3Eanbria lagen unb bie tjuben fie mit Äeichtig- 
feit ebenfo für baö alte roie für baö neue Seftament, bie beibe um ba$ 2. ^afjthunbert naeö 
(TftriftuS gef abrieben tourben, aufnehmen fonnten! 



l.t 



3äfjlungen über ben ^entateudj (Sargum £>nfeloS) unb bie 53üdjer ber ^Pro- 
pheten (£argum Jonathan) 4 ) gut Verfügung, bie auch ettoa gleichseitig mit bet 
griechifchen Überfefcung entftanben toaren. £>ie gelehrten Theologen fennen biefe 
2lrt bet föitfteljung beS hebräifdjen alten SeftamenteS gan? genau. 9Tut bie Haien 
unb bie große 6djar bon .ftanaetprebigern brauchen baS nicht 3U Riffen, ©er 
engtifdje Theologe tJonaS 9^t, toie ©tetoart *Roß mitteilt, in feinem 33udje 
„The Bible and it's Interpreters" auf 6eite 38/40 3U, baß toir nicht toiffen, ob 
bie münbtidje Überlieferung ber ftuben, ^ c ^ c £ c f( c fc cr g^ifc^na unb Sargumim 
bis auf biß Ouelle €fra surütfreidjen, baß toir gar nicht toiffen fönnen, ob bie 
heften jübifdjen Sftanuffripte in SBagbab bie bamalige münblidje Überlieferung 
toirflidj toiebergeben; erft recht toiffen toir aber nicht, ob bie mittelalterlichen 
tftabbinerfdjulen in Solebo toirflidj in ihren Quellen gurücfreidjen auf bie heften 
9ftanuffripte bon S3agbab! 

Raffen toir baS erfdjütternbe Ergebnis fürs gufammen, fo ift baS alte £eftament, 
baS unantaftbare ©otteStoort ber (Shriftenbötfer, nidjtS anbereS als münbliche 
Überlieferung ber Rabbiner, für welche bie <£frafonfonanten für bie £eit iljre$ 
SBeftefjenS (bon 450 bor (SfjriftuS biö in baS 1. ftafjrhunbert nach <S^riftuö) banf 
ihrer bielmillionenfachen ©eutbarfeit faum je ein ©ebädjtniSanljatt fein fonnten. 
33ci ber Sftieberfdjrfft beS griedjifdjen alten SeftamenteS (außer ^entateudj eine 
Arbeit aus nadjdjrifttidjer ^eit) r toanberten inbifche, perfifdje unb anbere ©eifteS- 
güter aus griechifchen Sexten in Sllexanbria in ftarfer jübifcher 93erserrung unter 
biefe jübifdje münbliche Überlieferung. 8 ) 9Tadj bemftahre 150 nadjÖjriftuS tour- 
ben bie jübifdjen SfteffiaSpropljetien beS alten SeftamenteS fo gefätfdjt, baß ffc 
auf ftefuS ©ültigfeit haben fonnten, unb bann bem bamatS erft aus münbtidjen 
Überlieferungen entftanbenen griechifchen tote beigegeben. 

^ürtoaljr, baS alte Seftament ift ein atteljrtoürbigeS unb subertäffigeS ©otteS- 
toort. 2öir begreifen baS 6djtoeigen bor ben gläubigen $uben unb erft recht bor 
ben (Shriftenbolfern. 2öir begreifen, baß folche @ntfteljung baburch berfdjteiert 
toerben mußte, baß bie SJlabbiner nachträglich bom 3. ftahrfjunbert ab ein altes 
Seftament in neuer fjebräifdjer Ödjrift abfaßten. 

800 ftaljre haben bie Rabbiner gebraucht, bom 3. bis sum 11. ftafjrfjunbert, 
alfo bis ins Mittelalter hinein, bis fie enblidj mit ihrer fjebräifdjen SSifcel fertig 
toaren. 6ie hatten aus 6t)rien ftammenbe 33udjftaben für bie .ftonfonanten als 
<£rfa§ für manche <£frafdjnörfel geholt unb ©efetje auSgebacht, um burch fünfte 
an ben .ftonfonanten bie 33ofale anjubeuten, bie baju gehören; biefe ßunft tbirb 
„Sftafora" genannt, ©en ©laubigen tourbe bann ersäfjlt, biefe .ftunft habe SftofeS 
fchon angetoanbt, aber bie ©elehrten bom $adj toiffen eSanberS. £>ie maßgebenden 
hebräifchen ©rammatifer, fo 3. 33. @tiaS üebita, toeifen beftimmt nach, baß biefe 
Slnbringung ber 93of alpunfte, bie überhaupt erft ben SBortfinn feftjulegen ermog- 

*) Sm neuen Seftament ift fc^t oft nadj ben Satgumim sitiett. GS gibt nodj Sargumim bon 
€frt)et, €tjtonifa unb anberet 33üdjet beS alten Seftamentö. Sie Satgumim toeeben bon Geo- 
logen unb ^Stjitotogen bei Jextabto eidjungen unb unf taten £eöatten beö im 11. ftatjttj. n. €fjr. 
bottenbeten ^ebräifdjen Weites mit ^erangesogen. ©ie Slngabe, baß ^a^toc^ bie Xargumim mit 
ben 10 ©eboten gegeben ^abe, ift eine ^ricftetlegenbe, sut 6tü^ung bet Slutotität biefet Ober- 
fe^ungen. 6ie finb biet fpätet atö bet (Eftapentateudj entftanben. 

B ) Slä^ereö in meinem S3urfje „^ttßfung bon ^efu C^tifto", „©et Stug bom Öinai" bon 
€. 6djut3, fie^e Surfjanaeige, „©ob'ö 23oof" bon 6tetoatt Slog unb „Sie 23ibel" bon Öacotliot. 



11 



lidjt, 3U SibetiuS $eit begann, etft 500 nadj £fjtfftu$ tüeitergefü^tt unb etft im 
tfafjre 1040 öollenbet routbe! ©et fjebtäifdje Sext beS alten SeftamenteS tonnte 
atfo etft im Sfttttetaltet bollenbet roetben! ^ürroafjt, ein fefjt atteö 9toigionbudj! 
Ratten abet bie 3uben nidjt bie ©eptuaginta äuget itjten Satgumin unb enblidj 
i^re münblidje übetliefetung gehabt, fo roäte altes gan3 unmögtidj geroefen, fo- 
gat bie tätfetteidjen @ftafonfonanten roaten ja gat nidjt mefjt ba! 

3m 11. ^afjtfjunbett nadj CfjtiftuS roat enblidj bie fjebtäifdje 33ibct fettig, bie 
nun in 2Botte abgeteilt, lefetlidje i^onfonanten mit 23ofalpun(ten aufroieS. Unb im 
#afjre 1477, atfo ettoa foniel £jaf)te nadj <£fjtiftuS, als SftofeS, bet angebtidje 
6djteibet be3 ^entateudj, bot £fjtiftu3 gelebt fjaben foll, toutbe bie etfte fjebtä- 
ifdje 53ibet gebtutft! 2H3 biefe 23ibel, bet etfte Slbbtutf be$ „altefjtroütbigften" 
tRetigionbuä^eö in bie #änbe üutfjetS (am, barmt et fie mit ioHfe bon 9labbinetn 
unb 93t. 9ftelandjtIjon übetfe^en folle, narjm biefet fie fmbfjaft gläubig in bie 
£anb, unb mit jebet „^toprjetie" auf ba3 6dji<ffal bet ftuben, bie fief) untetbeffen 
erfüllt fjatte, unb jebet „^topfjetie" auf tfefum unb fein Äeben, üeiben unb 6tet- 
ben roudjS in irjm fein anbädjtiget ©taube, baß Ijiet ftafjtoelj, bet ©Ott, bet bie 
$ucunft roiffe, fidj unmittelbat offenbatt r)abe! @r afjnte nidjt bie Säufdjung! 

Sftodjte biefe Ijebtäifdje 53ibel nun audj bon jenet bielmilüonenfad) beutbaten 
ßftabibel nodj fo feljr abftedjen, fo fjatte bie fjebtäifdje 6ptadje butdj iljte Sßott- 
atmut, abet audj butdj ifjte SBottbefdjaffentjeit, neue 93ielbeutigfeit fjetauf- 
befdjrooten. 6teroart *Koß gibt unö ein 93eifpiel bet übetfetjung eines Seiles 
eine« 23tbefoetfe$ 1. 9ftof. 4, 23, 24: 

©et Xfjeologe ©r. 6. (Statte fagt, ©Ott meint: 

„Unb Äamedj fpradj ?u feinen SDeibetn SIba unb 3^ta, 
Joötet meine 3lebe unb metfet, frag idj fage, 
irjabe ic^ einen Wann etfdjtagen, baß idj bettuunbet toetben follte 
£>bet einen Jüngling, baß mit SBeuIen gefdjtagen toetben." 

(£in sroeiter Xfjeologe überfe^t: 

„Senn idj etfdjtug einen 2ftann, lueil et midj betttiunbete 
unb einen £(öngl»ng> Vocit et mit SBeuIen fdjlug." 

©e Sßette glaubt, baß ©Ott fagen roollte: 

„Söenn idj einen Sftann bettounbete 
unb einen Jüngling fdjlug." 

2ftidjaeli£ unb üutfjer fagen: 

„8dj Ijafre einen Sftann etfdjlagen mit ?ut 9ßunbe 
unb einen Jüngling mit jut SBeule." 

23oltaite beutet un$ ©otteö SBott fo: 

„£>urdj meine Sßunben fdjtug idj einen 3Jlann, 
butdj meine 23eu(en einen Jüngling." 

©ebbeö: 

„(Sinen 2Jlann etfd)(ug idj, abet 3u meinet eigenen 33ettount>ang 
unb einen Jüngling mit gut 23eule." 

2Bit fefjen, roaö nun ttotj neuet i^onfonanten, ttotj Sftafota, ttot3 S^teilen in 
Sßotte unb ©äfje in biefem jungen „alten Seftament" etft roiebet für eine Un- 
(latfjeit übet bie ©ottoffenbatung gefcr)affen toat, ba man ftatt bet gtiedjifdjen 
bie fjebtäifa^e ©ptadje roiebet geroäfjtt fjatte! 2luö biefen übetfer^ungen (ann aud5 
bet Sftidjtienner bet fjebtäifa^en 6ptad5e gans (tat entnehmen, baß fie roebet 
6ubjeft noefj Dbjeft, noä) aftibe obet paffibe 33ebeutung beö ^^itrootteö ufro. et- 
fennen läßt. 9^ein, bet Oberfe^er (ann fjiet gat nidjt mefjtbotgefunbenrjabenalö: 



12 



„3d) 2ftann Sßunben ftüngling 23eule", fonft tnären bie überfefcungen fabrläffige 

$älf jungen. Da aber biet unmittelbare ©ottof fenbarung, bie sum etuigen £eben 

fübrt, uorliegen folt, ift biefe Unflarbeit bodj redjt bebenftidj! 

2Ba3 toirb nadj ber preisgäbe ber Sßatjrbeit an ba$ 2Mf nun gefdjetjen? SKun, 

tüir fja&en @rfabrung genug, um 3U toiffen, baß bie 2Iufflärung be$ SolfeS über 

Satfadjen ber ^adjtoiffenfdjaft breifte 2I6leugnungen toor bem 93otÜc auölofen 

toirb. £)a$ SÖolf fott nadj bem SBunfdje ber *)3rtefter toon üjnen auSfdjließlidj ge- 

lenft tüerben unb barf baber nidjt tuiffen, tüie ungebeuerlidj e$ getäufdjt tourbe 

unb totrb, ibnen aber gilt ber „fromme £rug" als Sugenb. Sem ©eutfdjen, ber 

ben gefamten Elnbatt djriftttdjer ©Iauben$(ef)re aus innerfter übergeugung tooll 

unb gans abtebnt, fönnte ba$ ein3elne biefer (gntftebunggefdjidjte beö alten 

SeftamenteS nidjt fo tüidjtig erfdjeinen, toeil er nie einen tieferen 23litf in bie 

djriftlidje 5t^cotogie getan bat, unb e$ ibm be^batb gar nidjt befannt ift, tüte febr, 

ja, faft auöfdjließUdj ber djriftlidje ©taube toon ber ©öttlidjfeit ber Sßorte ber 

jübifdjen ^ßropbeten unb ber ©öttlidjfeit be$ £fefuS öon Üftasaretfj eben auf ben 

^ßropfjetien über ftefuö im atten Seftamente fugt, hierfür gebe idj bem £efer nur 

ein 33eifpiel, ba$ ©tetoart ^oß uns toiebergibt. hieraus mag ber £efer erfeben, 

baß ba$ 93orbanbenfein biefer ^ßropbetien gum 23etoei$ ber ©öttlidjfeit ber 23ibel- 

toorte erboben toirb. ©er berübmte ^beotoge @. £tarfe fagt: 

„£)a§ bie ^fatmen burdj ben ©eift ©ottcö eingegeben mürben, erhellt aui fotgenben ©tei- 
len — Stele berfelben enthalten ^ropfjeseiungen über £fjriftu8, fein Steidj, feine fieiben. .. 

S)ie ©Triften ber ^ropfjeten finb gewiß toon göttlicher Eingebung. . . ftefaias ift nichts at« 
eine Sammlung feiner ^ropljeseiungen, alfo alles ©otteS eigene SOorte, mit nur einer ©teile au« 
iötöfias ©ef djicfjte (36, 39) ... ^Jeremias unb Joefefiet finb meift baöfelbe . . . Daniel ift sum 
größten Gleite propfjetifdj unb muß baber götttiifien Urfprungö fein. . . . Sofea entfjält nur bie 
Söorte ©otteö . . . ftoel befteljt nur auß bem SBerfe ©ottes. . . . Slmos ebenfo . . . ftona ift 
^iftorifd), 9TCtdja, jumeift ©otteS 2Bort. STCabum gleidjfalts. #abafuf ift eine 2Irt 3tüiegefprädj 
jtuif^en ©ott unb bem ^ropbeten . . . gepbania gang unb gar nur Söorte ©otteS. ßaggai, efan- 
fallö. ©adjarja, befteljt meiftenteils aus 93ifionen . . . Sttaleadji, ganj ©ottes SDort . . ." 

2Bir feben, toäbrenb ba$ neue Seftament auf eine gang tounberbare Sßeife auf 
einem ßonsil toon ben „nidjt gottltdjen" €rsäbtungen befreit tourbe 5a ), toirb toon ben 
Tfjeologen unter ftdj ber ^ßentateueb, baö jübifebe ©efetjbudj, bie 5 ^ücber SJlofe, 
an fidj für „©otteö 2Bort" obne Sluöfcbtuß toon leiten gebatten; bie übrigen 23üdjer 
beS alten £eftamente$ aber finb für bie fotogen göttlichen Urfprungö, toeit fie 
„erfüllte" ^ßropbetien entbalten. SBenn nun unfere €ntbüHung ber Srgebniffe ber 
^orfdjung über bie €ntftebung be3 atten £eftamente3 neben ben anberen erfdjüt- 
ternben ^atfacben naebtoeift, ba§ biefe ^ropbegetungen 150 £(abre nadj ftefuSent- 
f tanben finb, f 0 fällt f djon auö bief em ©runbe ber gange Sou ber ib*o- 
togentoonber©ottticb(eitbeöatten^eftamenteiS3ufammen! 

2)ie große ^äufebung ift entfjültt, toir übergeben fie bem 
£>eutfdjen öotfe. ^cber, ber bie Slufflärung tieft unb ni^t 
alteä tut, um fie im 93olfe 3U toer breiten, ebe ^ßrtefter burdj 
©efe^e bieilünber ber3Babrbeitmtt@efängniS gubebroben 
boffen, labt febtoerfte Seranttoortung auf feine 6djuttern. 
Die^acbfabrentDerbenunter^abtüebögraufamen^efeblcn 
gur „Sluörottun g" aller Ungläubigen fdjmadjten unb Muten 
müffen, toenntoirfäumigfinb. 

5«) ©iefce folgenbe Slb^anbtung. 



13 



,fa6rf3fe£te' neue Ucjfrtmcnt 

Söon ©eneta! Hubenborff 

Lic. theol. Dr. phil. £[ofjanne$ üeipotbt Ijat redjt, toenn et in feinet „©efdjidjte 
beS neuteftamentlidjen J^anonS" (toon ben i^irdjen anerfannte ©djriftensufam- 
menfaffung), £eip3ig 1907 im „«RüdbtlcT auf Seite 265 fdjreibt: 

„tinfet neue« Seftament ift ba$ Ergebnis einet fefjt toettoicfelten ©efdjidjte." 

<£$ ift in bet £at baS Ergebnis einet „üertoi<f elten ©efdjidjte", atterbingS fann, 
um mit einem tljeotogifdjen SluSbrucf $u fpredjen, bie „ßeSart" beS 2Borte$ „@e- 
f c^ic^te" eine redjt toetf djiebene fein. 6ie fdjtoanft stmfdjen gefdjidjtlidjer ©arftel- 
tung bet 2Beltgefdjidjte, bie atterbingS (aum üorfommt, unb bem toaS mit ben 
SDorten: „baS ift eine merftoürbige obet fragtoürbige ©efdjidjte" auSgebrütft ift. 
8dj meine, ©efdjidjte toirb allein babutdj fdjon su einet redjt fragtoürbigen ©e- 
fdjidjte, toenn fie tedjt üiele ^älfdjungen, „Auslegungen", „ileöarten", „93er- 
IdjUmmbefferungen" unb fonftige redjt eigenartige ioanbfjabungen auftoeift unb 
üieleö batoon etft sugibt, toenn fie fidj ertappt fü^tt, unb bann nodj mit Sluöflüdj- 
ten, bie ba$ gange fjoljte ©ebäube auftec^ter^atten fotten. 93änbe finb übet baS 
^ntfte^en beö neuen ieftamenteS gefdjrieben. 6ie geben Sßaljrljeiten 3U, um ba- 
füt nodj meljr 3U toerfdjleiern, unb fidj nodj fdjätfet auf ben djrifttidjen 6tanb- 
punft su ftellen. 6 ) <5o fdjreibt bet iljeotoge Äeipotbt auf 6eite 170 beS 3toeiten 
23anbeS feines SQßerfeS „©efdjidjte be3 neuteftamentlidjen Kanons": 

„Sie ©tenjen beö neuteftamentlidjen Kanons toutben ja etft in bet^ältniömäßig fpätet Seit 
enbgültig feftgelegt, in einet Seit, in bet ba3 utfptünglidje £f)tiftentum fdjon butdj mandjertei 
unnatürliche SDudjetungen entftellt toat 

Tin bet ©efdjidjte be$ neuteftamentlidjen Kanons begegneten toit bieten menfdjlidjen/ oft allsu- 
menfdjlidjen ^ttoägungen unb bodj fönnen toit als <£fjtiften nidjt fagen, baß biefe ©efdjidjte tein 
menfdjlidj ift . . . nut bet fann ba$ 23udj bet Südjet tedjt toütbigen, bet ütoft unb Seil in ifjm 
gefunben bat, unb bet in biefem Sudje nidjtö anbetet fudjt als ütoft unb Seil. 6o seigt un$ 
bie ©efdjidjte beö neuteftamentlidjen i?anonö ben fottfd)teitenben 6ieg be$ @bangelium$." 

8dj toerbe seigen, toaS benn eigenttidj ©efdjidjte feftftettt unb muß eS ben 
£fjriften übertaffen 3U urteilen, ob eS ein 6ieg be$ ^üanc^eüumö ift. 3dj toenbe 
midj babei an Äaien, ^tieftet 3U übetgeugen ift unmßgtidj, fie finb genau fo auf 
ifjrem ©ebiet fuggeriert, toie 23tt. Freimaurer burdj i^t Ritual, unb ^iet un- 
empfängtia^ für Sßafjtfjeit. 2Iua^ Ml ia^ midj nidjt berart „tüiffenfa^aftUa^" auö- 
brütfen, tote eö in „geteerten" unb Mtfen 93üd5ern ber ^att ift, bie fo „getefjrt" 
finb/ baß ein üaie fie nia^t in bie ioanb nimmt, tuaö ja 31.1m geidjen ea^ter 2Bif- 
fenfdjaft getoorben ift; i<$ fcfjreibe üerftänbftdj unb ne^me 6a^eint)ortDÜrfe ber 
„Untoiffenfdjaftftdjfeit", tüie ftetö, gern ^in. 

Um ben iaien toon toorn^erein eine UrteitSbübung ju ermogUa^en, frage idj: 
toer ^at 3. 23. „ein ftntereffe" baran, in bie SQßerfe eines ^tatoiuö ^ofep^uö über 
jübifdje ©efa^ia^te, bie in ber 3toeiten #älfte beö erften ?}a^r^unbertä unferer 
3eitredjnung entftanben finb, unb eineö iaritus ufto. über baö Äeben beS i$tfü$ 
in fpäteten ^a^^unberten Stetten ein3ufa^muggetn, um bamit einige gültige 

•) 2I1S getoiffe 2Iu3na^men nenne idj baö SBetf beö IßtofeffotS beö ilitdjentedjtö ^tiebtidj 
I^ubidjum an bet Unibetfität Bübingen, „i?itd)Iid)e plfdjungen", baö ?u SInfang bet ©djtift 
Genannt ift Sludj biefeö 2Betf ift tedjt feiten getootben/ toaS bie Unantaftbatfeit feinet Ent- 
hüllungen bon ^älfdjungen allein fdjon betoeift. Südjet/ bie in %cr 2Bafjtfjeit unb Unantaftbat- 
feit ben überftaatlidjen 97lcidjten unbequem finb, betfdjtoinben befanntlidj, audj heute nodj. 



14 



23etoeife für bie ©efdjichtlidjfeit tJefu 311 erlangen, bie e$ nicht gibt? 7 ) 3dj frage 
ferner: toer ift Sftufcnteßet/ toenn Slnfdjauungen im 23otfe über bie ©runblage 
beS neuen SeftamenteS ^erborgerufen toerben, bie nidjt ber Satfädjlidjfeit ent- 
fpredjen? 2öer ift ber ©etoinner, toenn bie Söahrljeit über bie bofumentarifdjen 
©runblagen ber ©taubenSleljre, bie ba$ Heben be$ ^insetnen unb ber 23ötfer fo 
eingeljenb geftatten, biefen Oorentljatten toirb, sumat bie ©taubenSteljre ja ben 
Smfprudj ergebt, gefdjidjtlidj genommen 311 toerben. SOÖeffen ifntereffe toerfjmbert, 
baß bie OoUe Söahrfjeit ben Cfjriften sugerufen toirb? 

@S genügt nidjt 311 Beantwortung biefer Ifrage, toenn toir 3. 53. bei 0r. £ei- 
potbt auf 6eite 268 tefen: 

„8n ben Greifen unferet Saien ift toofjl nodj siemtidj allgemein biß Sluffaffung verbreitet, 
baß ber neuteftamentlid)e ßanon bon SInfang an fertig toar. Sftan meint bie ©ammlung felbft 
rüljre ebenfo unmittelbar bon ©Ott Ijer, toie bie einseinen öüdjer 

3dj fann mir tooljl benfen, baß biefer ©adjberljalt" (baß bem eben nidjt fo ift) „bieten Tri- 
ften unbequem ift, er erfdjeint iljnen unbeteinbar mit ber SBürbe ber Ijciligen ©djrift." 

©djonung ber ©(äubigen ift nicht ber ©runb, fie Ratten ja Unwahrheiten über- 
haupt nie 3U hören befommen brausen, SaS ©eteittoort, ba$ meine $rau unb 
ich unferen Ausführungen Oorangeftettt haben, 3eigt, baß ^ßriefter ben frommen 
£rug 3ulaffen unb für gerechtfertigt Ratten, ba biefer £rug ben Rieten, bie fie ba- 
mit Oerbinben, bient: ber Juben- unb ^ßriefterherrfdjaft, bie nur über foltefti- 
trierte Sftenfdjen unb 23o[fcr errietet toerben fann. 

©r. Heipotbt hat recht, im 23otfe ift bie Anficht Oerbreitet, bie Beftanbteile be$ 
neuen 2eftamente3, toie bie be$ alten, ftammten unmittelbar oon ©Ott. £Me 
(Soangelien, bie SJpoftetgefdjidjte, bie Briefe unb bie Offenbarung Johannes 
toären auf „Söortinfpiration" (Söorteingebung ©otteS) Oon SJpoftem, 6sto. ihren 
Begleitern, unb in $aulu$ Oon S^itgcnoffen be$ JefuS unb in JafobuS Oon 
beffen Bruber gefdjrieben unb feien toohlerhaltene, unantaftbare £>ofumente. 
3iührfelig toirb ja er3äfjlt, baS joljanneSeOangelium unb bie Offenbarung Jo- 
hannes toären Oon bem HieblingSjünger be$ ?Mu$ gefchrieben, „ber an be$ 
«Qerrn Bruft tag", £>a fetbft gute Triften bie tarnen ber 12 SIpoftet nicht fen- 
nen, ift e$ für fie fchon eine (Snttäufdjung, baß fogar bie (Soangelienfcfjreiber 
SftarfuS unb üufaö feine SJpoftet toären, aber fie toerben toenigftenS 3U Beglei- 
tern be$ ^ßetruS unb ^auluS gemacht, um bie £äufdjung, in ben @Oangelien 
lägen gerichtlich eintoanbfreie Sofumente Oon 2Iugen- unb Dljren3eugen oor, 
aufrechtsuerhalten. 2luf untoefentlidje Brieffdjreiber, toie ben Berfaffer be$ 
JubaSbriefeS, gehe ich nicht ein. 

©ie (Snttäufchung ber Triften toirb noch toadjfen, toenn fie nun Oon bem 
über3eugten Triften ©r. Heipolbt (6.113, Banbl) erfahren: 

„Sie Urfdjriften ber £bangelien finb uns nidjt erhalten; fie galten nadj allem, toaS toir toif- 
fen, ben erften Triften nidjt als ©djatje bon befenberem 2Berte; fie finb alSbalb berfdjotlen." 



7 ) 3n „0er große örrtum beö SljriftentumS" f treibt ber frühere fatt»otifd)e $ri efter, ^Jrofeffor 
^rans ©riefe: 

„ÜberbieS ift nod) 3U ertoa^nen, baß bie in profanen Südjern gefunbenen Slnfplelungen auf 
S^riftuö, toie bie fransöfifdje 3tid)tung feftftellte" (^ßrof. ©riefe nennt bie betreffenben 6d)rift- 
ftetler, baruntet ben am 20. 7. 33 exfommuni3ierten fatljollfdjen S^eologieprofeffor, ^Profpcr 
Sllferic), „allefamt ^älfd)ungen einet fpäteren Seit finb." 

öd) fann auf baä ©tubium biefeö foeben im ßubenöorffä Berlage erfd)ienenen 2Berfeö nidjt 
einbringtidj genug hintoeifen, aud) auf baS, toaS er über bie betmeinttidjen ©riefe beö J}uben 
Paulus fagt, ba id) auf fie unb iljre „€d)tt»eit" F)ier nidjt näljet eingeben fann. 



15 



IDie $eftfteflung, baß bie Urfdjriften ber hangelten bcn erften S^riftcn nldjt 
6d)ä§e toon befonberem 2Bert getoefen feien, ift erftaun(id). Sie erften €ljtiften 
fottten fidj fdjämen. SBofjet toeiß £>r. üeipolbt übrigens Dies? Sftodj erftauntid^er 
ift e$, baß £>r. £eipotbt fidj fürs toorfjer über bie 23ebeutung „ber #errentoorte 
aus ber SJpoftetseit", alfo toon ben 2Borten be$ £fefu$ für bie erften Triften, fic& 
breit äußert unb barüber auf (Seite 107, 23anb 1, fdjreibt: 

„'Die Slutorltät ber #errentüorte toar eöenfo groß, in SBlrflldjfelt tolelteldjt fogar großer, ali 
bie Slutorltät be$ Sitten 2eftamenteS. B ) Slber fie bcgog fldj allein auf ben 3nfjalt, nldjt auf bie 

äußere fi?orm ber ^errenttorte Man Ijlelt blefe 2Borte tolelmefjr fosufagen für ©olbbatren, 

beren äußere $orm man oljne ßdjaben beränbern burfte, toenn nur ber ©olbifert berfelbe blieb. 
2ßir erfennen blefen Satbeftanb feljr beutlldj fdjon barauö, baß man f I dj 3 u n ä d5 ft mit 
einerrein münblldjen Überlieferung ber^jerrentoorte begnügte. 2(ef u$ 
felbft fjatte ja nichts gefdjrleben. @r gab audj feine Slntoelfungen, feine ^reblgten aufjufdjrel- 
ben. Ift nldjt ausgefdjloffen, baß man erft ein Sflenfdjenalter nadj £(efu £ob begann, €ban- 
gellen $u berfaffen." 

S^eineö @radjten$ Ratten alfo bie €^riften bodj rcd^t begierig nadj Urfdjriften 
ber (hangelten greifen müffen, bie ifjnen ben „©olbtoert" ber „#etrentoorte", 
flauer übermittelten. SJber i^eotogen finb nid^t Verlegen, toenn e$ gilt, Cbriften 
irgenbeine SJnfidjt $u fuggerieren. 

8dj ftette bie ernfte Xatfacfye feft, bie au$ ben toorfte^enb angeführten 3Borten 
fpridjt: bie Urf Triften ber Stoangelien, b. f). ber ©Triften über baS £eben unb 
bie £efjte ftefu - unb ba$ ift heute ©emeingut ber gefamten djriftlidjen $riefter- 
ft^aft auf Srben -, finb nidjt toorfjanben. 3BaS hier £)r. ücipotbt toon ben <£toan- 
gelien fagt, besiegt fidj im übrigen in gleidjer Sßeife auf fämtlidje fonftigen S3e- 
ftanbteite be$ neuen ieftamenteS, audj feine ber „Spifteln" ift ettoa in ber Ur- 
fdjrift borfjanben. £em €fjriftengiauben fe^tt bie unantaftbare ©runblage, bie et 
3u befifcen toäfjnt. 

2JuS toeldjer Seit follen benn nun eigentlidj bie Zeitigen ©Triften be$ neuen 
SeftamenteS ftammen? ©er Sljeotoge üeipotbt beutet e$ auf feine 3Beife an. 33iel 
tfieofogifdjer ©djarffinn toon proteftantifdjer 6eite ift fjierauf bertoanbt. Sie 
6djlüffe grünben fidj sum Seil auf Söergleidje toon Urfunben, bie als ed^t an- 
genommen toerben, beren €djtfjeit aber gar nidjt nadjsutoeifen ift, sum Seil audj 
tuo^t auf Äußerungen toon .ftirdjent>ätern ber römifdjen .ftirdje, bie mit $äl- 
fdjungen ftetS bei ber #anb toar, um ihre $rieftermadjt su begrünben, toie fo 
Sahtreia^e S3cifpiete bieö betoeifen. 2Benn alfo bie Sibetforfd^ung als früf)efte Sr- 
fa^einungseit ber ^oangetten angibt, baß baö be^ StftarfuS, biefe^ aU erften, beö 
■IftattfjäuS unb £ufaö gegen €nbe be3 erften ^afjrhunbertö unb baö £tefj<mne$- 
et)ange(ium ettoa um baö ftafjr 120-130 naü) Seginn unferer 3eitred)nung ent- 
ftanben finb - ftuben geben fpätere Safykn an - fo finb felbft biefe $afjlen e6en 
Annahmen, beren Serea^tigung fogar nodj in Steifet gesogen toerben fann. |^ür 
bie fogenannten Briefe beö ^auiuö gilt ähntia^eö. 

Sunächft fott bahingefteUt bleiben, in toetd)er 6prad5e bie ^toangetien unb bie 
anberen ^pifteln urfprüngtia^ gefa^rieben toaren unb toeta^en Ön^alt fie totttlid) 
hatten. 9)lan toeiß, fie erhielten SJbänberungen, bie gröbfte ©innanberungen 
bradjten. to'ül nun einmal aber als £atfad)e annehmen, bie (Stoangetten unb 
S3riefe pp. toaren um biefe fy'it entftanben unb toaren frei toon 93eränberungen 

8 ) 3d) frage 3r. fielpolbt/ ioa€ fannten etgentlldj bie erften Sfirlften bon bem alten 2efta- 
ment/ unb toelfe 3ur Seanttoortung blefer $rage auf bie üorftefjenbe 2lbf)anblung meiner $rau f)ln. 



16 



unb fämtlietjft bann in ©riedjifdj toeitergegeben. tlf)t Sfnfjalt fann fidj nur auf 
Überlieferungen ftüfcen, bie aus einer 50 bis 100 ftafjre aurücfliegenben 3ett 
ftammen. £)ieS allein macht fdjon bie eingaben ber €bangelien, biefe als ,,edjt" 
borauSgefetjt, gu recht fragtoürbigen. ftdj erlebe ja fdjon Sei meinen Äeb^eiten, 
toie mein #anbeln unb meine SBorte bon 3Boblmeinenben unb erft redjt bon 
Sftißgünftigen unb 2Biberfadjern berbrefjt toerben, unb toie ift es erft Sei meiner 
^rau! 2lber toir forgen für bie £ufunft, baß unfer #anbeln unb SDenfen in bon 
uns felbft aufgeaetdjneten 2Borten feftgefjalten toerben, ein ©efdjtdjtefdjretber hat 
es alfo einfach, falls er toirflidj SBafjrfjeit geben teilt. 6djreiber über ftefuS Rat- 
ten es ungleich feinerer, er fjat felbft nichts gefdjrieben unb feine Slpoftel auch 
nicht, bie €bangelienfdjreiber Ratten atfo feine autfjentifdje Quelle. 6ie Ratten 
günftigftenfalls (Stählungen, falls #efuS überhaupt gelebt fjat, einige lange 
nadj feinem £obe gemalten Slufseicfjnungen, bie, bon ©unft unb 9)ftßgunft 
ber^errt, bielteidjt audj gefdjrieben als ©treitfdjriften gegen flar bticfenbe Rei- 
ben, alles anbere als 3Bafjrf)eit enthielten. 3m übrigen toaren fie auf ^raätjlun- 
gen fid) heftig miteinanber unb untereinanber ftreitenber, sum großen Seil 
jubenblütiger C^riften unb mofaifdjer ftuben angeteiefen, unb bermifdjten bieS 
nodj, toie bas meine $rau in ifjrem 3Berfe „<£rlöfung bon ftefu Cljrtfto" ein- 
toanbfrei unb unantaftbar nadjgetoiefen fjot, toeitgefjenb mit ©eifteSgut inbifdjer 
Religionen ober auch mit Slnfdjauurigen anberer Religionen 9 ), unb mit 33c- 
ftrebungen fjßnfdjfücbtiger ^riefter, fo baß ein unglaublicher Sftifdjmafch ent- 
ftanb, ber, toeil bie 6djreiber tljre jübifdjen 3iele flar berfolgenbe ftuben toaren, 
ftetS einen burd) unb buref) jübifdjen Cljarafter trägt, ber nur berdngelt mehr 
3urürftritt. 

£Mefe £atfadje, baß bie 6djretber ftuben toaren, ift allen C^riften in ber $eit 
beS RaffeertoadjenS befonberS peinlich, genau fo, toie ihnen bie 2atfadje, baß 
ftefuS, ihr ©ott, ihrem ©tauben nach ein ftube toar, fefjr unangenehm ift, aber 
ber iQintoeiS auf biefe £atfadjen ift nottoenbig, um baS €ntftefjen beS neuen 
£eftamenteS, feinen Sfnfjalt unb bie Siele richtig bewerten gu fonnen, bie mit 
ihm berfolgt toerben. SÖollblutjuben fonnen in ihrem Raffeerbgut nur jübifdje 
3iele berfolgen. €S ift fein $ufall, baß gerabe ber Rabbiner Paulus als 2lu3- 
leger unb fiefjrer ber Chriftenlehre genannt ift. Sie Slbfjängigfeit ber Chriften- 
lehre bom jübifdjen Rabbinertum, baS bamals bie Überlieferungen beS alten 
£eftamenteS forgfältig betoafjrte, fonnte jübifdjerfeits nidjt beffer berfinnbitb- 
licht toerben. Paulus geigt ja auch bementfprechenb, tuie baS ftubenblut bie 
SBurgel, baS Cfjriftenbtut nur aufgepfropftes Reis ift, baS bon ber Sßurjel ge- 
tragen toirb. Sfdj toeife fyex auf ben Sluffatj meiner $rau „©er 6inn ber djrift- 
liehen Saufe" in $olge 8/35 beS „2lm ^eiligen Quell ©eutfdjer £raft" »nb tn- 
fonberheit auf Rom. 11, 13-18 unb ©alater 3, 27-29 hin. 

Sluch anbere jübifdje Richtungen fpredjen aus bem neuen Seftamente, fo bie 
Chitons bon Sllexanbrien, ber in ber 3ett lebte, in ber £fefuS gelebt haften foll. 
€r tüirb als jübifdj-fjßtteniftifcher ^hitofoph beseichnet, bon bem es - fo meint 

9 ) SJlcinc {Jrau toeift ßcfonbcrö auf biß 23ßtiul3ung ber 93^aftitc^rc bon (Sott bem licBcnbcn 
23atcr unb bcö i?rif(J)naiSmuSr ber €rtöfcrtcf)re unb ©teidjniffß ilrifd^naö/ ber SOßunbcr 23ubbljaS 
ufto./ unb \f)xt ec^t jübifdje aterfdjanbetung ^in. SInberc ^orfrfjcr Beigen bie Sluönütjung bet 
SJlit^raSle^re ufto. 



ber frühere fatbolifdje ©eiftlidje, jetjige ^rofeffor $rans ©riefe (f. 3Inmerfung 7) 
- immer toabrfdjeinlidjer su fein fdjeint, baß et einen #auptanteil an ber #er- 
ftettung ber $igur C^rifti babe„ 10 ) SMelleidjt geljt fein Hinflug nodj toeiter. 

ferner ift bie $rage su Hären, in toeldjer 6pradje benn biefe Ou&en ge- 
fdjrieben baben follen: #ebräifdj toar oerfdjtounben, in ^aläftina tourbe 3lra- 
mäifdj gef prodjen, aramäifdje Urfdjrtften finb nidjt ba, man fpridjt nur toon 
griedjifdjen Urfdjriften, e$ müffen alfo Überfettungen ftattgefunben baben aus 
einer 6pradje in eine anbere, in ber begriffe für 3Borte gefegt Ijaben toerben, 
bie bie erfte 6pradje patte. 6efct man alfo aramäifdje 6djriften oorauS, fo müf- 
fen bie griedjifdjen Oberfetjungen fdjon erljeblidje 23erunftaltungen auftoeifen, 
fctbft toenn fie mit möglidjfter ©enauigfeit toorgenommen fein foltten. 

(£3 finb nun, unb baran ift nidjt su stoeifeln, im Stödten unb britten #abr- 
ljunbert eine Unsabl toon „Zeitigen 6djtiften" entftanben. @3 banbelt fidj nid^t 
nur um bie toier befannten @toangelien unb bie befannten 33riefe, bie beute im 
neuen Seftament fteben. 3Bir fennen 3. 33. ein #ebräeretoangelium, nid^t su toer- 
toedjfeln mit bem fabrigierten «ftebräerbrief, ein ^etruSeoangettum, eine €t»an- 
getien-#armonie, ein $gt)pteret>angelium, (SlemenSbriefe, einen 33arnaba3- 
brief uftü., bie in $gt)pten, ^aläftina unb ^einafien, too ftuben, jübifdjblütige 
unb „beibnifdje" (Sfjriften junäd^ft einmal befonbetS fjeimifdj toaren, angefertigt 
fmb. 3Bie toietc £fuben biefe 6djriften jum 93erfaffer Ijaben, ift nidjt feftgeftettt, 
audj nidjt toie toictc ftuben fidj in bie djtiftlidje ^riefterfdjaft etngefdjoben 
fjaben, um ibr ben #errfdjafttoiUen einsuimpfen, ben fie fctbft als #uben be- 
faßen, toaS im übrigen nidjt fdjtoer gefallen fein toirb, benn iÜ)errfdjafttt>nte ift 
allen ^rieftern eigen, £)iefe batten audj sablteidje 23orbiIber, 3. 33. in ben $rie- 
ftern beö SftitbraSfulteS. Sem #uben mußte baran liegen, ftefuS als 6ob" 
©atoibö bargeftettt su feben, wie er baö ©efefc unb bie ^Sropbeten erfüllt. 9tur 
burdj fötale enge Öerquitfung fonnte bie Cbriftentebre bie Aufgabe erfüllen, für 
ibn bie 3Bett su erobern. 6idjer toar ba$ nur su erreidjen, tüenn biefer (Sbriftuä 
als ©ott ftabtoeb beigefellt tourbe. ^riefter toollten unter Berufung auf ben 
gleidjen ©ott mit #ilfe ber ^riftentc^re fattfdjen, fie mußten audj ibrerfeitS 
aus $efu$ ben ©ott unb #obenpriefter madjen, beffen ©iener auf <£rben fie 
iuaren, unb in beffen Auftrage fie stoifdjen ibm unb ben ©laubigen oermittel- 
ten. 3m 2. #abrbunbert ftrebten audj bie ^riefter toie fdjon bie ftuben banadj, 
bie Slufseidjnungen beS alten SeftamenteS, toie fie Damals in ber (Septuaginta 
t>orlagen, mit ben neuen (Scfyriften in übereinftimmung burdj 23^itteitung toon 
SBeiSfagungen unb ibrer Erfüllung su bringen, um fo bie ©ottltdjfeit beS ftefuS 
SU betoeifen, toie ja 3. 33. audj .ftrifdjna unb 33ubbba toerförperte ©otterf Meinungen 
tourben. ©er ^3rofeffor beS^irdjenredjtSAbu&idjum, bef tätigt bieS für bie djtift- 
«dbe 6eite, 33b. 2, 6. 26: 

„©dt ber SKitte bcö 2. ifafjrfjunbettS fing bie ollmäW fic5 bilbenbe c^tiftlic^e ^tieftcr- 
tpattei an, fidj auf biß JJübifdjen ^cIigionSfd5tiftcn als auf geltcnbcö ffloxt ©ottcS' su berufen, 
unb 3trat auf baä ©efe^ SJtofeS, um i^t ^tieftettum, i^te ßpfetmeffen unb Se^nt-SInfprüd^e 
bamit ju begtünben, beögteid5en auf bie ^topfjeten, ^Pfalmen ufto., um glaubhaft su mad5en, 
baß biefe bereits 500 ober 1000 Sfafjre bot €^dftuä beffen übernatürliche ©ebutt unb ©ottlidjfeit 



10 ) iptofeffot ©tiefe seigt, baß ber^tansofe 33te^iet in einem SJergleid) beS ^o^anniSeöangeliumä 
unb ber Sbeen ^3^iton3 öon 2IIexanbtien su bem (Ergebnis fommt, baß bet Äogo« be3 ^^iton genau 
bie gleidjen <£igenfd5aften befi^t, toie jener beS (jüngeren) JJo^anniöeöangetium«. €ö. 3o^. 1,1. 

18 



getoefafagt fjätten. <SS toutben fe$t allmäfjlldj in Me €bangel(en sa^Iteic^e 8e3ugnaf)men auf 
foldje angebli($e 3ßei$fagungen eingefügt, audj <£t3äf)lungen, toonadj ftefuS fetbf t fidj meljtfad) 
auf fotdöc berufen fjabe." 

§fjriften tuic Sftarcion toollten fidj nidjt mit jübifdjen SJuffaffungen abfinbcri/ 

fie „fcerid)tigten" nadj ifjren SJnfidjten borliegenbe ©Stiften. (Später fam u. a. ein 

SJrluS. €r fafj in #efuS nur einen befonbecS veranlagten 9)tenfd)en, ber göttliche 

Sßeiö^eit gegeben bat. #uben- unb ^riefterpartei toaren befonberS eifrig an bet 

SSerfaffung bon ©Triften unb fjatten tfjrerfettS biel su berbeffern. 11 ) 2ötr lefen fn 

bem 23ud)e bon ©tetoart !Roß, ba$ meine $rau bereits anführte: 

„...fdjon bet gelefjtte 33ifdjof ^fauftus . . . etflätte: es fei pofitib getoiß, bog bas Steue £efta- 
ment nid^t nut nidjt bon €fjtiftuS felbet, ja nidöt einmal bon feinen 2lpofteln gef djrieben fei, 
fonbetn etft lange 3*^ beten £obe bon unbefannten <ßetfonen niebetgef daneben toutbe, 
toetd^c bie tarnen bet Slpoftel obet beten Epigonen als if)t 2luSfjängef djilb benutzen, toeil 
iljnen felbet niemanb geglaubt Ijätte, toenn fie untet eigenem üftamen übet Singe gefdjtieben 
Ratten, mit benen fie felbet nidjt betttaut toaten. 12 ) 

©ie ßbangelienfälfdjetei fc^eint in bet Zat ein obet gtuei jjafjtfjunbette lang ein blüfjenbet 
Onbufttiegtoeig geroefen gu fein, ©ie 2Delt bet ftommen üeidjtgläubigfeU toutbe mit einet gtofjen 
2ln3afjl (gbangelien unb €pifteln übetfdjtoemmt, bon beten leiteten eine fogat mit bem tarnen 
beS ftefuS felbet gefälfdjt toutbe, bie ,<£piftel an SlbgatuS' nfimlidj. ©iefe 2ltt ßitetatut toudjö 
3U einem folgen bettoottenen 2Buft fjetan, baß man im ftafjte 325 nadj €fjtifti ein Jtonsil bon 
318 93ifdjöfen nadj üfticäa betief, tuetdöc untet fidj betaten follten, meldte bon bet SJlenge 
(Sbangelien unb (Epif tein als ,fanonifdj' su bettadjten feien unb toeldje als ,unedjt' 3U bettoetfen 
feien. SJlit anbeten SBotten: SOtenfdjen follten beftimmen, toeldje 93üdjet götttidjen, unb toeldje 
93üdjet menfdjlidjen UtfptungS feien." 

Sief es .ßonsil bonSKicäa toar t>on Ratf er J?onftantm berufen. 9?icäa felbft Hegt 
in bem korbte eftteil iKeinafienS am 33nif-6ee, too f)eute ber Drt öSnif liegt. 
6d)on bie 2öabl biefeS DrteS seigt, baß ber 6d)toerpunft ber djriftlidjen -ßirdje 
fd)arf im £)ften tag. Sßenn audj bei ber SJuStoafjl ber Seilnebmec redjt einfeitig 
vorgegangen mar, fo ift bodj beseidjnenb, baß Don ben 318 33ifdjöfen, bie bort 
berfammelt toaren, 310 au$ $gt)pten, ©tyrien, ^aläftina unb iüeinafien, bieUeid)t 
audj nodj bon ber 33alfanbalbinfel ftammten, baß 6 bis 8 au$ bem „Söeften" 
toaren r barunter 2 Vertreter beö romifdben ^apfteö. 3db füfjre baö an, um 3U 
3eigen,,tüO bamafö baö ©dbtDergetüia^t ber (£fjriftenfjeit tag, baß ber S3ifdbof in 
9lom nodb nidbt ber römifcfye ^3apft toar, ber er mit beginn beS 5. ^(abrbunbertS 
nad) unb naa^ tourbe, bor aUen Singen erft bann, alö ifjm bie €briftianifierung 
ber ^ranfen, <£ngtanb$ unb bon bort au$ ber germanifcfjen ©tämme getang. 
i^aif er i^onftantin batte baö i^onjit berufen, toett ber ^toift innerbatb ber (£buften- 
beit bie ^inbeit beö !Kef<fjeS gefäbrbete. Z)er ^iftorifer noI)anneö Jrjatter fcfjreibt 

") Sßie „milbe" ptoteftantifdje ^Baftoten ^abtifate, bie ^iet entftanben, bettadjten, ge^t aus 
bet Stellungnahme ^etbot, bie bet fe^t befannte djtiftlidje X^eologe ^atnarf gegenübet bem 
gefalfdjten 3tieftDed5fel jlüifd^en bem J?önig Slbgat bon €beffa unb ftefuö C^tiftuS einnahm/ 
aus bem bie gefdjidjtlidje ^etfönlid5feit be8£{efu8 unb fein ©ottfein betoiefen fein follte. ^arnaef 
nennt fie „eine übrigens ßatmlofe unb in fdjlidjten SDotten fonsipiette ^ älfdjung". ©et^tofeffor 
beö i^itd5ented5t8, tßtofcffor $tiebridj 2hubid5um fd^teibt ^ietsu: 

„Sllä 3utift muß idö entfd^iebene 93etloahtung bagegen einlegen. $älf jungen finb allenfalls 
fjatmloö, ipenn fie su einem 6djet3 bienen fotlen unb 3. 23. am 1. Slptil etlaubt; im öbtigen 
gteift man 3U i^nen, roenn man auf efjtlidje SDeife einen 53elt»ei8 nidöt fügten fann, unb jjj&l- 
f djungen, bie bestoeefen, einen SJlenfd^en im ilidjte eines ©otteS etfd5einen 3U laffen, bie Sßett 
alfo übet toidjtigfte Etagen bet Sieligion 3U bettügen, unb auf biefen S3ettug eine ^tieftet- 
hettlid5feit auf3ubauen, bleiben ©otttofigfeiten fd^limmftet Sltt." 

i2 ) öd) füge f)iet3U übet bie Stamen bet betmeintlid)en €bangelienfd)teibet an, baß SftattljauS 
bet lateinifiette ^ebtäif dje 9lame SJlattai, SJlatf u8 ein tein lateinifd)et, ÄufaS ein tein griedjifdjet 
9lame, ^o^anneö bie 93etbeutfd)ung beö ^ebtäifdjen 9lamen3 ^od)anan ift. ©ie tarnen geboten 
«-beliebigen Huben an, bie mit betmeintHdien Süngetn obet 3*itgenoffen 3ef uö nid)t8 gemein fjaben. 

19 



In (einem „®a€ ^apfttunT, (Stuttgart 1934: 

„SBofjin man blicfte, Uneinigfeit, ©treit unb Stoift. Sie iflrcbe, faum in ihrem äußeren 
Safein gefiebert, brofjte f id^ Pon innen fjer aufgulöfen. Sem tonnte ber Jlaifer nicht gufefjen, if)m 
nü^te eine gefpaltene -ftirdje nichts, fie febabete nur: anftatt bie Einheit beS STleid^eS su feftigen, 
hätte fie e$ Pollenbä gefprengt. . . . 9lodj fannte fie toeber 9ted)t nodj 33erfaffung, unb baä, toaä 
fie einen follte, bet ©laube, \wi feit jef)et bet fttittigfte t»on allem, itonftantin mußte eingreifen, 
uni) er tat e$ fofort. ... 6r befdjlo|3, ber üirdje gu geben, toaS ihr bisher gefehlt hatte, eine 
SJerfaffung unb ein ©laubenSbefenntniS. Seibe ffnb fein aBerf." 

$ür meine Betrachtung fpielt ba$ @Iau6en$6ef enntnte als fotdjeö, ba$ in SWcäa 
entftanb, feine SRoIte. 3d) führe e$ inbeS in ber SInmerfung nach ^ubia^um an 
unb gebe auch ba$ fogenannte „SlpoftoUfdje @lau6en$6efenntni$" 18 ). 

(£3 toar flar, baß nun bem @(aufcen$6efenntniS unb namentlich ben 2I6fidjten 
ber ißriefterpartei entfpredjenb, bie ba$ i^ongit im <£inr>erftänbni$ mit itonftantin 
als ©runMage ihrer 2ftadjt betrachteten, öon ber üonftantin eine Ötütjung feiner 
eigenen ertoartete, au$ bem fo umfangreichen 2öuft ber toorfjanbenen, „Zeitigen" 
6cf)riften, jene auSgetoäljtt tourben, bie ben Beftrebungen ber ^riefter angepaßt 
toaren. Qa$ toar nun nicht gan3 einfach. toar ja fcfjon eine unerhörte ©reiftig- 
feit, baß 2ftenfdjen barüher entfeheiben toollten, toeldje Bücher göttlichen unb 
toetdje Bücher menf deichen UrfprungS fein foUten. #atte ©Ott benn feine anberen 
2ftittel, feftfteUen 3U (äffen, toeldje 6d)riften toon ihm h^trührten, unb toeldje 

13 ) SaS -ifticäifcbe ©laubenö&eüenntnis lautet: 

„SBir glauben an ßinen ©Ott 23ater, ben allmächtigen, ©cböpfer aller fidjt&aren unb unfidjt- 
fcaten Singe. Unb an ©inen Herrn ftefuS Efjriftust, ben ©ofjn ©otteö, gejeugt au« bem 23ater, 
ein3ig gejeugt, b. fj- auö bem SBefen beS 33ater3, ©Ott aus ©Ott, £id)t au« Äidjt, toafjrbaften 
©Ott au« triaf)rl)aftem ©Ott, geäeugt, nicht gefefiaffen, einerlei SBefenS mit bem 33ater, burdj 
tr>eld)en alle Singe entftanben fino, bie im Gimmel unb bie auf ber @rbe; tneldjer roegen uns 
Sftenfdjen unb roegen unfereö Heils fjerabgcfommen ift unb su ftleifd) getoorben unb in ÜEten- 
fdjeng eftalt lebenb, ber gelitten bat unb am britten jag auferftanben ift, unb su bem Gimmel 
hinaufgegangen ift, unb jur 9tedjten beS 33aterS fitset, unb tniebet fommt su rieten bie üebenben 
unb bie loten. Unb an ben ©eift, ben fjeiligen." 

Sie 6l)nobe in .ftonftantinopel 381 fcfjmuggelte in biefeS ©laubenSbefenntniS bereits bit 
Sungfraugeburt bes ftefuS, bie Pölttge ©6ttlid)feit beS Zeitigen ©eifteS unb anbereS mebr ein. 
2lbet erft im 5. ober 6. ober 7. ftafjrbunbert braebte 9tom baö fogenannte „Slpoftolifcbe ©taubenö- 
befenntniö" berauö, ju bem jebem Slpoftel ein 6o^ in ben Sftunb gelegt Vnurbe, bem 5Rom nun 
aud) nodj „bie Höllenfahrt ftefu", menn aud) milber auögebrücft, unb „bie beilige fattjolifdje 
i?itcbe" hinzufügte: 

„13 etr u ß fpratfj: ,3d) glaube an ©Ott, ben allmächtigen 2kter, ben Schöpfer Rimmels unb 
ber €rbe 

51 n b r e a ö : unb an ?Jcf u8 Shriftu«, feinen einsigen ©ohn, unferen Herrn, 

H a f o b u ö : ber empfangen ift Pom heiligen ©eift, geboren auö ÜUlnria ber Jungfrau, 

J]ohanneö: gelitten unter $ontiu8 ^Bilatu«, gefreusiget, geftorben unb begraben, 

f h o m a ö : niebergefahren in baö Unterirbifche, am britten jage auferftanben toon ben £oten, 

3 a f o b u S : aufgefahren gen Himmel, fifcet er gur fechten ©otteö, beö allmächtigen 23aterö, 

Philippus: Pon bannen er fommen toirb gu richten bie ilebenben unb bie joten. 

SBartholomäuö: 3ch glaube an ben heiligen ©eift, 

9ft a 1 1 fj ä u 3 : an bie heilige fatljolifcbe Kirche, an bie ©emeinfehaft ber Heiligen, 
6 i m o n : Vergebung ber ©ünben, 
Sfjabbäu«: 2luferftehung be« ^leifcheö, 
9)1 a 1 1 h i a ö : @toigeö Heben!'" 

2Bie „großsügig" hat 9tom hier Sntfd)liegungen, bfe ihm heilig fein muffen, „berichtigt"! 
SBorum follte e8, roarum follte feber ^riefter mit ben fogenannten heiligen ©djriften anberS 
umgehen? Vielleicht toar eS bie SIbftimmung über baö ©laubenöbefenntniö, über bie bie ilegenbe 
entftanb, baß nicht 318, fonbern 319 ©timmen abgegeben roären, bie übersählige ©timme fei 
eben bie beS heiligen ©eifteö getoefen, toaS aber toie gefagt, ^riefter nicht gehinbert hat, baß 
Pon einer heiligen ©rjnobe befchloffene conftantinif d)-nicäif che ©laubenöbefenntni« gu öerfälfehen, 
lüie eö ihrer immer fdjärfer herPortretenben Hettf<hfud)t entfprad). 



20 



©djtiften anbetetfeitS tüibetlidje Plagiate feien? £>ie ^tieftet, bie folgen <£nt- 
fdjluß faxten, Ratten fich babei stüeifelloö feljt tcicfjt bet 33cfttafung butdj bie 
fpätet in ben djtifttidjen £änbetn auftauchenben ^etjetpatagtapljen fdjutbig ge- 
macht. £Me 23ifcfjöfe einigten fich hierüber nicht. 6tetoatt fRoß fcfjteibt: 

„ba$ ctftC/ toaS aber bic S3ifdjöfe untereinanber taten/ toar, baß fic fidj gegenfeitig mit grim- 
migen/ erbitterten 33ortuürfen überhäuften. . . 9Jtan fdjlug bor, biejenigen S3üdjer für fanonifdj 
3u erflären, su beren ©unften bie meiften ©timmen abgegeben toaren. . . ." 

©aä toat erft recht ein üöllig unmögliches ^Beginnen. (£3 fam auch nicht su- 
ftanbe; fo toutben anbete angemeffenere SBege befdjtitten. Sludj hierüber gibt 
6tetoatt fRoß nach <Jkppu3 fefjt inteteffanten Sluffcfjtuß, toobei ich bemetfe, baß 
biefer fein SBetf auf ©tunb alter i?on3itbetichte herausgegeben hat: 

„Sie unttermeiblidje, bon ben boSbafteften ©djmäbungen begleitete gänferei ber Vetren 93ifdjöfe 
untereinanber fdjeint aber bodj nidjt sum getoünf djten Sftefultat geführt su baben, benn <ßap puS 
ersäblt uns in feinem ©tjnobifon, ba| bie enblidje ^eftftellung Öe3 i?anon in gans anberer 
SDeife gefdjab. @r fagt, man babe bie berfdjiebenen fdjon fefjr sablreidjen S3üdjer, toeldje 2In- 
fprudj barauf erhoben, fanonifdje 33üdjer 311 fein/ miteinander unter ben 2IItar gelegt, ©arauf 
babe man gebetet, baß biejenigen 33üdj er, toeldje toirflidj göttlidjen tlrf prungS innren, fidj gefälligft 
felber auf ben 2Iltar legen modjten, luäbrenb biejenigen menfdjlidjen LlrfprungS unter bem Sifd) 
beS #errn su berbleiben bie ©etoogenfjeit baben modjten - unb fiebe fo gefdjab ei ... 9Jt6gen 
toir ... unferen £roft" (fo fagt fpottenb ber €nglänber feinen frommen SanbSleuten) „barin 
finben, baß büpfenbe €bangelien bie .Quelle unferer nationalen ©röße unb Söoblfabrt finb!" 

Sftan fann fidj benfen, tüie 23etttetet ber ^tiefterpattei bie (Süangelien unb 
<£piftetn auf ben Slttat „fyüpfen" tiefen, bie ifttem unb jübifdjem Streben ent- 
fptadjen. Söaten fie barum „edjtet" als bie 6djtiften, bie nun nid)t als fanonifdj 
galten unb, tüie toir gleidj ijöten tüetben, betnidjtet tourben? 6ei bem nun, tüie es 
fei, bie 2Ju$tüaht ber fogenannten fanonifdjen 33üd5er tüar lebiglich ^enfdjentuetf 
Bänfifdjer unb fidj ftteitenber ^tieftet tedjt bietet Waffen, SMefe „gehüpften" 
©Triften tüetben in gtiedjifdjet 6ptadje gefchtieben getüefen fein, tüahrfdjeinlidj 
tootjl immet tüieber üo.n neuem üetfaßt unb üon neuem abgef abrieben, ©aö toaten 
füttoaljr üottteff lidje unb unantaf tbate ©tunblagen füt baö ßeben unb bie Äeljte 
eineö SRetigionftiftetö. 

Söir ftagen nun sut 33ele^tung t>on <£ljtiften toeiter, tüo finb benn eigentlich biefe 

6a^riften geblieben, benen fo ber (Hjarafter tüicbtigfter göttlicher Urfunben gegeben 

tüar? Sluch fie finb üerfdjtüunben. €benfotüenig tüie üon ben tiermeinttichen Ut- 

fc^tiften bet <£üangetien ift auch öon biefen ettüaö bothanben. SIbet auch oXk nicfjt 

als fanonifch, b. h- ^ gottlichen Utfptungö etflärten 6djtiften - bet 6tteit, 

tüelche 6djtiften fanonifch finb obet nicht, 30g fich im übtigen noch länget hin - 

finb üernid)tet. Sftit hälfet ^h^obofiuö fam am <5nbe beö üietten ?}ahthunbettö 

eine 6taatögetoalt anöSRubet, bie fich tooHig in ben SMenft bet^tieftetpattei unb 

beö im Slufftieg befinblichen 3lomS ftellte. S^adh bem i^onsil üon itonftantinopel 

im ^a^te 381 toutben alte ben ^tieftetn gefähtlichen 6chtiften als hctotij'dje 

üernichtet. ©er ^Srof. beS ßitcfjentecfjtg, ^tiebtich ^^ubichum, fchteibt 6. 17, 53b. 1: 

,,©ie SSüdjer, toeldje an bie S3ifdj6fe abgeliefert unb natGrlidj berbrannt tnurben, tnaren nidjt 
borjjugötoeife ©trei'tfdjn'ften, fonbern religiofe £eljrbüd}er für 2Ift unb 3ung, fobann nament- 
Ud) €bangelien unb S3riefe, bie anber« lauteten a\i biejenigen ber ^riefterfirdje. Dai Sluffpüren 
unb SJernidjten biefer Quellen ift nodj 3abrbunberte lang fortgefe^t korben unb es ift ben 
^rieftern gegtücft, bie ibnen unbequemen S3eridjte bollftänbig au3 ber SBelt su fdjaffen. Söie 
biete €bangelien hierbei 3U ©runbe gingen, erbellt aus bem ©djicffal ber €bangetien-§armonie 
beS SatianuS unb feines Überarbeiters 2ImmoniuS: in ber ©iogefe €ljruS in 2Intiodjien ber- 
brannte ber S3ifdjof Sbeoboret (geft. 457) 200 foldje S3ibeln unb in ber benadjbarten ©iojefe 
€beffa ber 53ifdjof SRabulaS um biefelbe &it ebenfalls eine große galjl. €8 ift nidjt ein einsigeS 



21 



Exemplar babon übrig ge6Iic6cn; benn baß biß Im 8. £fabvbunbert Pom $apft nadj $utba 
gcf <3ö cnf te tateintfdje €bangetien-.8armonie diejenige beS ÜatianuS fei/ fann nur glauben/ tuet 
In ben önftalt berfetben unb in bie fünfte SftomS nidjt eingetoeifit ift." 

ön biefe 3eit, ber $eit nadj bem i^onslt bon i^onftantinopet, unb stoar in baS 
£faljr 391, fällt audj biß Serftorung ber Sllea-anbrinifdjen 83l6Hofl&ef, bie «ßtolo- 
maus II. ^IjitabetpfjuS (285-247 b. 23eg. u. £trdjg.) gegrünbet fjatte. 81jr 23c- 
ftanb fjatte fidj auf 500 000 bis 700 000 23udjroHen bermefjrt. Sttögen audj 
früfjere 23ränbe ifjn bereits berringert fjaben, bie toefentttdjen 23e(tanbteite fielen 
djrifttidjer ^erftorungtout sum Opfer. 2ßaS ©riedjifdj fear, follte bernidjtet, 
jübifdj-djrifrlidjeS £)enfen an ©teile griedjifdjer Guttut gefegt unb bie Ver- 
gangenheit für Sftiltionen Sftenfdjen beS SftittelalterS ausgetilgt toerben, ein 
beliebtes bittet bon ^rieftern. 3Bir fennen es in eigener ©efdjidjte aus ber 
$erf torung beS 6djtif ttumS unf erer 2lfjnen butdj ftuben unb ^riefter unter $aif er 
üubtoig bem frommen, bem 6ofjne beS 6adjfenfdjlädjterS. SS toaten nun audj 
alte perfifdjen unb inbifdjen ©Triften, aus benen bie ©eptuaginta unb bie Sbnn- 
getien ifjre 2lnleiljen gemalt Ratten, berfdjtounben! 

Sßaren fo alle djriftlidjen £>of umente bernidjtet unb Sief te nurinfpärlidjer3afil 
borfjanben, f o fonnte bie ^riefterpartei, immer mefjr berforpert in 9tom, nun auf 
ber ©runblage toeiterbauen, bie fie auf bem i^onsil bon Sfticäa 325 unb bon Ronr 
ftantinopel 381 gelegt fjatte. Sbangelien unb fonftige Spifteln fonnten fo surecfjt- 
gemadjt toerben, toie es bie ^ßriefterfjerrfdjaft unter romifdjer ^üljrung, baS apo- 
ftolifdje ©laubenSbefenntniS fotoie bie ifjm entfpredjenbe Äbfidjt erforberten, aus 
ftefuS toom Stamme beS ftubenfonigS £)abib ben 6ofjn ber Jungfrau Sftaria 311 
madjen unb fo feine jubif dje #erfunft unb feinen ßufammenfjang mit bem Jfuben- 
tum immer mefjr 3U bertoifdjen, tuie toir baS in ben in ber SInmerfung mitgeteilten 
©laubenSbefenntniffen fo beutlidj berfinnbilblidjt feljen. „Berichtigungen" bes 
bodj nun anerfannten ©otteStoorteS tourben bebenfenloS borgenommen. 

60 gatt es 3. 23. (Sbangetien boa) in eine getoiffe Übereinftimmung ju bringen. 

3n ÄufaS 11, 2-4, ftanb urfprüngtidj ein „fatfdjer" 23aterunferte*t (fielje Äeipolbt, 

23anb 1, Seite 114): 

„Sätet/ ©ein Zeitiger ©eift fomme auf uns unb reinige un$; unfer 23tot für morgen gib unö 
tägtidj; unb Pergib uns unfere ©ünben; benn audj toir »ergeben jebenv ber uns ettoaS fdjutbig 
fft; unb füfjre unö nidjt in 23erf udjung \" 

£)aS mußte nun mit SJlattljäuS 6,9-13 in Übereinftimmung gebraut toerben: 

9: „©arum fottt i^r otfo beten: Unfer 33ater in bem Gimmel. Seine S^ametoerbegebeiligt." 
10: „©ein SKeitf) fomme. ©ein 2ßille gefdjebe auf €rben toie im Gimmel." 
11: „Unfer täglidj 93rot gib unö b^ute." 

12: „Unb bergib un« unfere 6djutben/ toie toir unferen 6djulbigern toetgeben." 
13: „Unb füfjre uns nidjt in 93erfudjung r fonbern ertöfe un3 toon bem Übel, ©enn ©efn ift 
baö Stetdj unb bie iTraft unb bie irjerrlidjfeit in €tt)igfeit. SImen." 

£>er Äef er muß nun fetbf t nadjfefen, um fef tjuftetlen, baß bie 2(ngteid)ung nod) 
nicf)t einmal gegtütft ift. 3n ber Xat fjaben bie ^fjriften/ bie Siörnifa^gläubigen 
toie bie ^roteftanten, fünf berfd)iebene Lesarten beS „©ebetes beö ^)errn". £MefeS 
„©ebet bes i^errn" ift im übrigen, toie meine $rau unb idj an ber ^anb bon 
Ausführungen proteftantifa)er Theologen betoiefen haben, baS jübifä^e ©ebet 
„Ser -Äabbifd)".") SS fann aua) aus ben SlnfangSfä^en altjübifa^er ©ebete gu- 

") „Unfer 93ater, ber ©u bift im ^immet, fei unö gnäbig, ob &n unfer ©Ott: geheiligt 
toerbe ©ein fRame, unb tag bie Erinnerung an ©id) gepriefen fein oben im Gimmel unb unten 
auf ber €tbe. £afj ©ein 9teid) ^errfdjen über uns fetjt unb immerbar. ©ie ^eiligen Spännet 



22 



f ammeng ef teilt toetben. ©tetoatt 9loß fdjtetbt mit SRedjt in fdnet fdjatfen 2öeif e: 

„0aS 23atetunfet ift nidjtS toeitet/ als bic nur toenig umgemobette SGfebetgabe eine« a'ten 
fübifdjen ©ebeteS/ befannt unter bem Stamen /©et Äabbifd)'/ unb ift feiner t anse na.f< biteft 
auö bem Salmub gef tollen." 

SBeitcr f otttc bie <Ptieftetfjetrfdjaft geftätft toerben. ^tiebtidj Sf)ubid)um toeift 
hierüber saljlteidje ©teilen be$ neuen SeftamenteS nadj, Me in biefem 6inne 
betidjtigt toutben. fRom toat fjiet befonbetS tätig. 3d) föeife mit auf bie „23etidj- 
tigung" bon 9ftattljäu$ 16, 18 unb 19 bon bem „Reifen $ettu$, auf ben bie 
i?itdje su gtünben toäte", ufto. Ijin. 

Sie Sexte bet gtiedjifdjen „Utfdjtiften" bet (Sbangetien unb bet 23tiefe beS 
neuen SeftamenteS toaten im 11. 2fafjtljunbett im toefentlidjen fettiggef teilt. (£3 
toat bie gleite 3ßit, in ber audj bie etfte Ijebtäif dje 23ibet bollenbet toat. ©tetoatt 
SR0I3 fdjteibt: 

„3)lan muß (m -Sluge begatten, baß bie ©riedjifdjen bleuen Seftamente bet StefotmationSseM 
bon 2ftanufftipten abgebtueft toutben, bon benen feines älter als baS elfte 3af)tf)unbett toat." 

£Me im 11. ftaljtljunbett „fettigen" gtiedjifdjen „Utfdjtiften" toaten e$ alfo, 
bie üut^et su feinet 23ibetübetfel3ung botgelegen Ijaben. 211$ nun im 15. #aljt- 
fjunbett ©utenbetg ben T>xud mit betoeglidjen £ettetn angetoanbt tjatte, unb bie 
Ijebtäifdje „Utfdjtift" be$ alten SeftamenteS enbtid) fettiggeftellt toat, tonnte 
£utljet famt biefet audj biefe gtiedjifdjen Notlagen übetfefcen. 

£>amit abet toat bie 23ibet audj nod) nidjt fettig, £utl)et fannte nodj feine 
23etfe. £Mefe toutben etft im ftaljte 1551 bon bem ©turfet ©tepljenS, Geologen 
nennen i^n 6tepljanu$,toag beffet Hingt, eingeführt, ©tetoattSRoß fdjteibt Ijietübet: 

„. . . Sie Sctftüdfclung beS 9teuen SeftamenteS Vöutbc im $aljre 1551 bon einem 23ud)btutfet 
SRobett ßtepbens auSgefübtt. Einen bebeutenben Seit biefet SItbeit betoättigte bet (Benannte als 
Seitbettteib auf einet Sfteife . . . stoifdjen ^atis unb £t)on. . . . ES toitb allgemein sugegeben, 
öajü, mit einem alten Geologen su teben, (Stephens SItbeit ,mit irjaft' ausgefüllt toutbe unb 
baß et manchmal Singe ttennte, bie beffet beteinigt geblieben toaten obet Singe sufammen- 
fdjiueißte, bie et liebet fjätte ttennen fotten. 1 ) . . . Slttgemein toitb zugegeben, baß bie Einteilung 
fd)ted)t fei, unb bodj ift fie fo allgemein angenommen tootben, baß es unmöglich getootben ift/ 
fie 3U betbeffetn. £ut3/ baS 23ud) ©otteS ift betfjunst. .." 

*) „Boil's Consid. of Style of Scripture" p. 60. 

2öiebet alfo Ijat jemanb an ©otteS 9Bott fjetumtottigiett, unb ftaljtoelj täjst 
fidj baS tuljig gefallen. €t toeiß, baß alles bieö feine ioenfa^aft unb bie #ett- 
fa^aft feinet ^tieftet fidjetn foll, benn nun toat ja bie S3ibel mit einem Sftat ein 
©ia^ttüetf mit 33etfen getootben! 

Sem ©turf bet £ut!^etbibel folgte nun im ftaljte 1592 bet ©turf bet tomifa^en 

23ibel, bet 93ulgata, in lateinif a^et ©ptac^e. 6djon ^ietont^muö hatte am Sluögang 

beS 4. ^a^thunbettö bie übetfe^ungen geliefett. ikad) ibt fe^t eine nodj flatet 

etfennbate ^älfa^ung ein, toeldje ia^ toiebetgebe, um baö ©efüljt füt bie ©laub- 

toütbigfeit bibtifdjet Sluöfü^tungen su ftätfen unb betfteljen su laffen, toela^e 

^älfa^ungen fonft im üaufe bet ^a^thunbette botgenommen fein fönnen. ©tetoatt 

tfloft gibt einige 23eifpiele: 

„3n bet überfielt beS /ÖnljattS' bon 3nattb. XXVI, 3natf. XIV unb £ufaS XXII toitb ge- 
fagt, baß jene Kapitel ben 23etid)t übet bie /^nftitution bet SReffe' en^alten! 2IpofteIgefä^. XIII, 
2 (Sa fie abet bem $>mn bienten unb fafteten) toitb toiebetgegeben: ,Da fie bem i^etrn 
baS Dpfet bet SJleffe blatten unb fafteten.' 

ftüfjeter Seiten fptad5en: /93et3eib / e unb betgib alles toas fie gegen uns getan baben' unb fübte 
uns nic^t in S3ctfudöung, fonbetn erlöfe uns bon bem Ibel/ benn ©ein ift baS Sfteid)/ unb "tu 
foltft ^errfd^cn in ©lotie füt immet unb etoig." 



23 



3lpoftelgef(b. XI/ 30/ unb an anbeten ©teilen, toe rt /SJtttcflc' beißen foflte, fprl<f)t blefe 
fat^otifc^e Sluägabe bon r i e ft e t n'. 

©a« SDaltfabren, tocldjcö bet ^ßriefterfdjaft biet ©elb einbringt, toirb folgenbermafjen 
biblifdj gemadjt: / — Unb feine Altern to a 1 1 f a b r t n alte öabre gen fterufalem/ (fiufag II, 
41.) ,5ftidjt allein baö, fonbern et ift audj ertoäblet bon ben ©emeinen 311m ©efäbrten unferer 
SB a U f a b 1 t/ (2. ilot. Vlll, 19.) ,©eliebter, 2>u tuft treutidj, toaö 2>u tuft an ben 23rübern 
unb pilgern/ (3. £fob. 5.) 

Überlieferung tnirb folgenbermaßen eingeführt: /Steine SJorfdjriften baltet, fo toie idj 
fie <£udj überliefert babe/ (1. i?or. XI, 2.) ,Z)en ©lauben, ber ben iöeitigen burdj t b e r- 
U e f e r u n g gegeben ift.' (3ubä 5.) 

Samit ber römifdje .ßatbolif beineifen fönne, bafj bie <£b* ein ©aframent fei, befam er 
folgenbeö ?u lefen: ,£>enen aber, toeldje im ©aframent ber <£ b * berbunben finb/ 
(1. i?or. VII, 10.) ,23erbinbet <£udj nidjt im ©aframent ber &>e mit Ungläubigen/ (2. 
Rot. VI, 14.) 

1. Rot. IX, 5/ toiberfpridjt fo febr bem £6 Ii bäte, toeldjeä ben ©eif Hieben auferlegt ift, 
bafj eä uns niebt rounber nebmen fann, folgenbe SSemerfung im Sexte ?u finben: ,#aben ttiir 
nid)t bie äBollmadjt, mit umberjufübren eine ©djroefter, ein SB e i b, b a S u n $ to i e im 
€bangelium bienen foll unb uns mit ibren ©aben bebenfen, roie aueb 
bie übrigen SIpoftel ' ' 

Fegefeuer mußte bireft eingefügt toerben: ,<£r felbft aber toirb feiig toerben, febodj fo 
toie burefj Fegefeuer/ (1. i?or. III, 15.) 

,Unb biete ber ©laubigen famen unb b e i dj t e t e n/ (SIpof tetgefdj. XIX, 18.) ,5ftadj einer 

r 0 3 e f f i 0 n bon f ieben Sagen/ (#ebr. XI, 30.) ,£jütet (Sudj, bafj 8bt b u r dj ben 3 r r - 
tumberbofeniletjer nid)t mit fortgeriffen tnerbet/ (2. ^Setr. III, 17.) 

,Unb rings um ben 2bron toaren bierunbgtoansig 6tül)le, unb auf biefen ©tüblen fafjen bier- 
unbgtoansig ^ r i e ft e r, mit 21 1 b e n angetan/ (Offenb. IV, 4.) Die Silbe ift befanntlidj ein 
6tü<f ber SlmtStradjt fatbolifeber ^tieftet. 

Slber bie fcblimmfte Interpolation finben toir 1. üim. IV, 1 — 3: ,0er ©eift aber fagt beut- 
lidj, bafj in ben legten Reiten einige bom römifdjen ©lauben abfallen unb irrefübrenben 
©eiftern unb SeufelSlebren ©ebor geben toerben, bie ba mit ©djeinbeiligfeit fiügen 
reben, gebranbmarft in ifaem eigenen ©etuiffen; bie ba berbieten b a $ 6 a f r a m e n 1 
ber <£ b * unb bie <£ n t b a 1 1 u n g bon © p e i f e, toeldje ©ott gef djaffen bat, bafj fie mil 
©anffagung genoffen toerbe bon ben ©laubigen unb bon benen, toeldje bie Sßabrbeit erfanni 
baben/ 1 ) 

*) Vide Cramp's „Text Book", pp. 58, 59 über bie 1686 in 23orbeaux gebrucfti 
SluSgabe beß leiten Seftamenteö." 

@ut, baß bie 23ibel gebrueft tourbe! 2Kit ber ßritif ber 23tbd, mit ber Eras- 
mus fdjon borfjer um bie 3af)rf)unöerttüenbe 1500 einfette, 6egann nun auc^ 
baö Öudjen nad) ben „Urf Triften"; bie ^eftftelfungen, bie ba gemalt tüurben, 
gab idj im borfte^enben. 9\ad) einer -3ufammenfteUung, bie ia^ bem 33udje: „Saö 
neue ieftament grie^ij'c^ unb Seutfdj bon ^leftte, (Stuttgart, 1929" entnehme, 
finb bie ätteften „Urfunben", bie au« bem 3. ober 4. £(afjrijunbert ftammen fot- 
len, 9KattfjäuS 1 unb 26 unb 27 unb 3ofjanne$ 15—16. Einige Slbfa^nitte ber 
Slpoftetgefa^ia^te ftammen au$ bem 4. 3af)r!5unbert. SÖeitere Urfunben toornefjm- 
tia^ auö bem 8. unb 9. JfaKjrljunbert. 

^Befonberö intereffant ift ber ^unb beö in bem Jfaljre 1862 beroffenttia^ten 
„6inaitifu$" in einem Softer ber 6inaifjal6infel, ber bie tüefent(iü}ften 2eüe 
beö gütigen neuen ÜeftamentS enthalten unb aus bem 4. ober 5. Jfafjtfjiinbert 
ftammen folt. UntüiUfürtia^ tüirb man an bie ^unbe erinnert, bie fjeute bei Aus- 
grabungen in ^aläftina gemalt Voerben, fo füralidj bie „SRefte beö fjotaernen 
6taüeS, in bem SUtaria ba$ ^^fu^finb i^rem ©atten ^ofep^ geboren baben folt". 
3dj übertaffe fotogen unb Triften, an fötale $unbe unb bie Unantaftbarfeit 
fötaler Urfunben 3U glauben unb fübre lieber aus bem eben genannten 23udj bon 
Sleftte i^anbbabungen a^riftlia^er Sinologen an: 

„S)ie gried)ifd)e 9^edjtfd)reibung, toeldje bei ^29ß. im loefentlidjen bie ber griedjifdjen 
©cljreiber beg 4. bis 5. ^abrbunbertS loar, tourbe je^t fo geregelt, loie fie bon ben ^pbilologen 

24 



für bic Seit ber @ntftef)ung ber neuteftamentlidjen ©Stiften angenommen initb. ftdj berbanfe 
biefe Bestellungen bem Slltpbilologen 'iptof. €b. 6djtobjer in S3onn/ butd) Vermittlung bon 
$rof. 6d)miebel/ 3üi\ü). 3n äbnlid)er Sßeife ift übrigens fd)on früher bet ^fjilotoge Stiebt. 
58taß in feinen Ausgaben neuteftamentlidjer ©Stiften/ ebenfo b. 6oben in feinem 9t. 2. unb 
SHa^tfö in feinet ©enefis (Stuttgart 1926) borgegangen." 

<£3 roerben atfo mit gutem ©eroiffen alte Urfunben burdj gans beiüußte Se-et- 
änberung gef Raffen, unb bet 33exfaffer nennt baö 33etfa^tcn „regeln"! SBaruni 
feilte biefeö Littel nid^t audj fdjon früher angeroanbt fein? 10 ) 

2Ber ba3 23orfteljenbe gelefen Ijat, tuet bie SXbficfjten unb Sßege ftubaä, Stomtf 
unb Ijetrfdjfüdjtiger ^tieftet f ennt, tuet bon ben ^älfdjungen roeiß, bie fie began- 
gen fjaben, tuet bie 2Jnfidjten audj proteftantifdjer ^ßaftoren fennt, bie üeffing 
roiebergibt unb roir su 33eginn angefügt Ijaben, bet roirb fidj über ba$ 2Befen ber 
j'efct botliegenben „Ijeiligen" ©Stiften feinem gtoeifel Angeben. 2Bie e£ trofc aller 
„.ftotrefturen" nodj mit ben Quellen beS unantaftbaren (BotteöroorteS auöfieljt, 
baö üutljer gegeben Ijat, gel)t aus folgenber Eingabe beö ©teroart Stoß fyWoox, 
Die audj burdj einen <£inblitf in ba$ genannte 23udj bon -ifteftlebollbeftfaigt roirb: 

„<Efjrifttidje ©etebrte geben gu, baß bie berfdjiebenen .Seöarten in ben 2ftanuffripten juni 
neuen Seftament fo gablteitf) finb, baß man fie faum überfeben fann. <£rft bötten toir bon 
20 000 berf djiebenen ÄeSatten, bann bon 50 000 unb jetjt bat man beim 33ergleid) bet Sftanu- 
ffripte für (SrieSbadjS 2lu$gabe gar 150 000 berfdjiebene .Lesarten entbedt toabrttd), eß ift boef) 
ein bödjft bertrauenSloürbigeö S3udj. .." 

Raffen roir unter 2lu3fdjeibung ber $rage, ob 3efu£ gelebt Ijat ober nidjt, 311- 

fammen: 2Bir Ijaben feine Urfdjriften ber jünger ftefu irgenbroeldjer 2lrt. Sie 

©djriften, bie in yikäa als fanonifdj beseidjnet fein follen, finb bodj rooljl im 

Original berfdjrounben. Sßeit surüdliegenbe ©ofumente fehlen im allgemeinen. 

2Ba£ ba ift, ift mef)r als apofrtyplj, b. f). fragroürbig. Sie ©Triften, auf bie fidj 

£utljer3 SBibelüberfetjung ftül3t, finb in gleidjer &ü entftanben, in ber baö alte 

Xeftament bon £uben f er tiggef teilt lourbe, nämlidj im 11. ^aljrljunbert, unb rour- 

ben ben 23ebürfniffen ber ^riefterfdjaft unb namentlidj ber Stomfirdje angepaßt. 

<£ine fpäter einfefcenbe 23ibelfritiÜ fanb gurücf liegenbe £)of umente, über beren <£nt~ 

fteljen ein bidjter ©djteier liegt, unb bie suf ammeng ef teilt mit ben ©ofumenten, 

nadfj benen üutljer überfetjt Ijat, 150 000 ileSarten enthalten. Sie ©runblagen 

ber in Latein erfdjienenen 35ulgata finb älter. 6ie ftammen au£ einer Seit, für 

bie ba3 Sßort fennseia^nenb ift, baö S3ifcf)of ©regor bon ^asians (geft 389) an 

ben 33ibelüberfefcer, ben „^eiligen" irjierontymuö, febrieb: 

„Unfcxe i?ird)enbäter unb -ftircfjenlebrer baben oft Singe gefagt/ an bie fie felbft nidjt glaub- 
ten, aber bie Umftanbe unb bie SJlot fie fagen ließen." 

60 fieljt eö mit ben ©runblagen beö neuen üeftamenteö aus. ^ürroa^r, bie 
Sntfte^ung beö neuen SeftamenteS ift ebenfo, roie bie beS alten, eine rea^t frag- 
roürbige ©efa^ia^te, eine große Säufdjung! Unb angefia^tö fötaler Xatfaa^en füh- 
ren !T^eologen bor üaien 6treit um eingelne Sßorte auf! 60 3. 23. „ba$ ift mein 
£eib" ober „baö bebeutet mein £eib", fo baß biefe glauben müffen, „^erren- 
roorte" bor fidj 3U ^aben. 

%xo§ biefer gefdjidjttidjen ^Tatfaa^en glauben noa^ Millionen aljnunglof er ©eut- 
fa^er unb Millionen anberer 35ölfer an ein unantaftbareö ©otteöroort, fe^en in 
biefer üeljre i^r ^eil, lauften auf bie Slntroorten, bie fie auf bie legten fragen 

* 5 ) über bie $älfdjung profaner ilrJunben fiebe i?ammeier: „Sie ^ätfebung ber Seutfd)en 
©efdjidjte" unb J?elterbauer: w 233ie Canoffa toar", beS üubenborffö 23ertageö. 



25 



übet ben 6inn beß ÜJlenfdjenlebenß, bet Unüoltfommenbeit beß Üftenfdjen, beß 
Sobeßmuß, bct Waffen unb 23ölfet gi6t, unb toiffen nidjt, baß Hebte, tote ibte 
Utfunben, •Dftenfdjentüetf, mit bem beftimmten Stücrf üetfaßt unb „tebigiett" finb, 
£uben- unb ^tieftetljenfdjaft übet folleftiüiette ÜJtenfdjen unb Söttet mittet« 
„toetäeiblidjen 23ettugeß" su ettidjten. $üttoabt eine etfdjüttetnbe (Stfenntniß! 

^reifjeit obet Äolteftto? 

Unfeten iftnbetn tüitb bet fdjöne ©ptudj SRobett SRemicfß gefagt: 

„33ot altem eins, mein i?inb: <3ei treu unb toafjt, 
lag nie bic Äuge betnen SJtunb enttoetfjn! 
SJon ottetö Ijet im beutfdjen Sotfe toat 
bet fjodjfte Sftufjm, getreu unb toafjt gu fein." 

©o tonnen ÜJlittionen Deutfdje, feCfcft toenn fie djtiftlidj fuggetiett finb, nidjt 
baß Slußmaß üon Untoabtbeit begteifen, baß ifjnen bet $ube unb ^tieftet, inbem 
fie Ujnen baß „alte" unb „neue" Seftament befdjetten, auf bem ^ciligften Ge- 
biete angetan fjaben, toaß beß Üftenfdjen ift, auf bem feines ©ottetlebenß unb beß 
©ottetfennenß — giften fagen bafüt: feines ©taubenß — , alfo auf bem (Be- 
ttete, baß lebenßgeftaltenb füt ben einseinen -Iftenfdjen unb alle 23ölfet nun ein- 
mal ift, felbft füt baß Heben beß ©ottlofeften altet ©ottlofen. Sie einseinen 
©eutfdjen tüie alle 23ölfet müffen inbeß baß biet ÜKadjgetoiefene begteifen, benn 
nut, toenn baß Heben beß €inselnen unb bet ©öltet eine unantaftbate toabte 
©runblage bat, fidj nidjt auf Sttlebten, etft tedjt nidjt auf ftälfdjungen attet Sttt 
aufbaut, fann eß gef unben. £)iefe €inf idjt unb biefe feftftebenben Satfadjen, nidjt 
ettoa „Cbtiftenbaß", toie immet triebet gelogen toitb, finb eß, bie meine $?tau 
unb midj tüiebet $u Soltßgefdjtoiftetn baben fptedjen laffen unb unß tüiebet bie 
ftebet baben fübten laffen. 



Sftun tüetben ^tieftet unb ^tofeffoten fommen unb gu bebaupten tüagen, baß 
toaß tott gefrfjtieben, fei untüabt unb unbaltbat, feine eine „gcfä^ttiä^e Solfß- 
täufdjung"; bie $?lut djtifttidjen #affeß tüitb fidj tüiebet übet unß etgießen. 3Bit 
fennen bie 3Bege, bie biet eingefdjlagen tüetben, gut ©enüge auß ben i^etjetüet- 
btennungen bet ftübeten Seiten/ auß ben 23etfo(gungen attet betjenigen, bie bie 
3Babtbeit übet bie Sbtiftenlebte üetbteiten, biß auf ben beutigen Sag. 3Bit tüiff en 
audj, baß biefe ^rieftet fidj babei nut nadj ben Reifungen 3U tidjten baben, bie 
f ie tion $abtoeb unb feinen ©ienetn etbalten bflben. ©aß fie baß tun, bat ja f djon 
üot 150 labten üeffing eintüanbftei feftgef teilt. 8dj fübte bie 2Botte nodj einmal 
an, benn nun bat bet liefet bie ptaf tif dje <£tf abtung übet baß Slußmaß beß Stugeß. 

„Sag bie ßiidjentefjrer unb bie 33orftefjer bet d6iifttid5en ©emeinben eö füt butdjauä etlaubt 
hielten, Hiften su etfinnen, Äügen untet bie SBafjtfjeit gu mifa^en unb gumat bie Sfeinbe be« 
©lauben« gu bettugen/ tpenn fie bai)utd5 nut bet SBafjtfjeit" (b. b- bei djtifttidjen £tt)xt) „S5ot- 
teil unb Shitjen bläßten." 

^tieftet unb ^tofeffoten tüetben alfo fommen unb tüetben toeitet Millionen 

©eutfa^e tauften, fie tüetben „Utfunben" finben unb üetfua^en, tüie einft in bet 

Seit ibeobofiuß I. am Slußgang beß 4. £fabtbimbettß unb fpätetbin, alle ibnen 

unbequemen ©Stiften 3U üetnia^ten obet üjten 33etttieb auf ©tunb üon $et*et- 

patagtapben $u üetbinbetn, tüie tüit baß noa^ lel3tbin in Öftetteidj etlebten. Um 

fo mebt müffen ©eutfrfje ^teibeitfämpfet auf bem Soften fein. 6ie baben bie 

2ft 



^flidjt, ben ©onberbtud biefet 2Iu$f üljtungen 3U toerbceitcn! *Rodj ift bieS in 
£>eutfdj(anb möglich/ nodj fjaben toxi nid^t ben JMsetpatagrapfjen nach bcm Ent- 
toutf beS neuen ©ttafgefefcbudjeS, übet ben „bie alten 2ftädjte" natütlidj „in 
allet ©title" jubeln. 

SBorum Ijanbelt e$ fidj benn legten Enbeö? E3 geht barum, ob ber toölfifdje 
^teifjeitfampf, bet außetfjatb unb innerhalb beS üefetfteifeS bon „21m io^itigen 
£luell £)eutfdjet üraft" gefämpft roitb, fiegteidj geführt unb baS ©eutfdje Söotf 
3U einet SolfSfdjöpfung auf bet ©tunbtage feines 9taffeetbguteS unb atteigenen 
©ottetfenntnis geführt toetben fann, roaö allein feine JßebenSetfjattung in bie 
roeitefte gufunft hinein fidjetftetlt, obet abet ob bie „alten -Dftädjte" ttiumpljfe- 
ten, mit ©eutfdjen im Söolfettolleftto, ^etauöetlöft aus ©tamm, 6ptadje unb 
Söotf, toetfdjroinben, fidj bie SBotte ftafjtoefjS etfütlen, baß baS jübifdje Söotf bie 
anbeten SBölfet „toetsefjten" foll unb bie Sßotte ffflaxl 16, 16 unb Huf. 19, 27 
butdj ^tieftet toafjtgemadjt toetben fönnen: 

„ . . . toet aber nidjt glaubet, bet roitb toetbammet toetben" 

unb 

„9tun fügtet mit audj jene meine $einbe fcr, bie midj nidjt sum Könige übet fidj fjaben 
tootfen, unb etroürget ff c bot meinen älugen." 

^ür uns gibt es nut eines: 

fingen für ©eifteSfteifjeit unb atteigene SöolfSfdjöpfung. 

Üuftuf! 

3n ftotge 8 beS „2hn ^eiligen Quell iDeutfdjer iftaft" seigten toit bie futdjt- 
baten ©efafjren beS neu borgefdjlagenen üefjerparagrapben für bie Freiheit beS 
93olfeS in acteigenec fiebenögeftaltung auf bet ©runblage Don 9taffeerbgut unb 
arteigenem ©otterfennen, bie nadj bem 30. 1. 1933 möglich toutbe. ÄanbgeridjtSrat 
^rotfjmann hat in ber $olge 10 barüber gef djrieben. Sticht nur ©ef ängniffe toerben 
fidj mit ©eutfdjen greifjeitfämpfern, bie ihr föo\t lieben, füllen, audj gudjtfjäuf er! 

Unb toarum baS? — 2öeil bie .ßegerparagraphen eine fieljre $u „fdjüfcen" un- 
ternehmen, bie bie legten fragen nach öem ©inn beS 9ftenfdjenlebenS, feiner Un- 
bollfonimenheit, beS SobeSmuß, ber Waffen unb 93ölfer toahrfjeittoibrig, 9ften- 
fdjen, S3olf unb ©taat gerftörenb beantwortet, bie in ihrer ©eftaltung $ropa~ 
ganbalefjre für ftuben, SRom unb ^riefterfjerrfdjaft ift unb bem 9Jtoralgefüfjl un- 
ferer norbifdjen SRaffe toiberftrebt. ES muß fidj zwangsläufig gegen biefe fiefjre 
auflehnen, £>aS gebieten 93olfSfeele unb flareS Erfennen. 

£)ie alten dächte: 3uba f 0tom unb hcKfdjfüdjtige ^riefter alter chriftlichen 
Kirchen toiffen auf ©runb i'ahrhunbertelanger Erfahrung, um Was eS in bem 
$e£erparagraphen für fie fegt geht. 0er iDeutf dje, ber als Eintagsfliege baljinlebt, 
toeiß eö nicht. $ene toiffen f baß fie alle außenpolitifdjen Erfolge beö SReidjö nicht 
3U fürchten haben, toenn ihnen gelingt, bie €htiftenlehre allen IDeutfchen aU 
©laubenölehre aufgustoingen. IDie Seutfdjen Eintagsfliegen miffen sumal unter 
chriftlichen ©uggeftionen nicht, tuie geftaltenb auf allen ©ebieten bis ins eingelne 
hinein bie Beantwortung ber legten fragen ift, unb baß ber Eingelne unb baS 
iolf nur bann eine gef djloffene (ebenSerhaltenbe SBeltanfchauung gewinnen fön- 
nen, toenn biefe ^Beantwortung auf unantaftbarer ^atfächlichfeit beruht, unb baS 



27 



Statt auf bet €inljeit bon SRaffeetbgut unb arteigenem ©ottetfennen gut StattS- 
fdjöpfung geführt toitb, Me aHein SRücfljalt eines ftatten 6taateS fein fann. 

2luf feiten bet alten 9ftäd)te sielbetoußtet SBitte, auf feiten ifjtet ©egnet, fa 
auf feiten ber ftteifjeitfämpfet oft betgtoeiftungbotte Unftatfjeit unb @leiü> 
güttigfeit. 

2tteine $tau fjat in ifjtem bafjnbtedjenben 2öett „eriöfung bon 3efu efjtifto", 
bet f tüfjete fatfjotifdje ^tieftet ^rans ©tiefe in feinen SDerfen „€in$tieftet tuft: 
£oS bon SRom unb €t)rifto!" unb „©et gtoße Stttum beS £IjuftentumS" baS 
SBefen bet €fjtiftenlefjte gegeigt. 3mmet toiebet ift im „2lm Zeitigen Ouett 
£)eutfdjet ifraft" batauf sutütfgefommen, toie oft tat id) baS felbft, mögen audj 
Ijettfdjfüdjtige Pfaffen, guben unb ^teimautet meinen, e$ „ftamme aus einet 
floate", unb bie $teif)eitfämpfet in djtiftttdjem Jftaffe f djmäfjen. 

93ot neun Safjten, am £üttid)tage, gab id) bie „SBetnidjtung bet ^teimautetei 
butd) Sntljüttung iljret ©eljeimniffe" bem ©eutfdjen Statte als fdjatfe SBaffe 
gegen bie ^teimautetei, bet $üfttuppe beS jübif djen StatteS in aUet SBett, in bie 
#anb. €S bat biefe SBaffe genügt. 

21m gleiten Sage, in biefem 3afjt geben entfptedjenb bet heutigen Kampftage 
in bem ^teifjeittingen, meine fttau unb id) bie botf teljenbe Slbfjanbtung übet baS 
ßntfteljen beS alten unb neuen SeftamentS fjetauS unb entfjütten bamit toofjt ben 
größten Stug, bet je an bet SJvenfdjljeit als folget begangen tootben ift. Sie 
€l)tfftenlefjte betliett mit biefet Sktöffenttidjung ifjte betmeintUdje gefdjidjtüdje 
©tunblage. SBit geigen bie 23ibel als baS, toaS fie ift: als ttügetifdjeS Sftenfdjen- 
toetf ffit beS ftuben, SRomS unb fjettfdjfüdjtiget ^tieftet #etcfdjaft. 

Sie Jlitdjen finb (eet, eS fei benn, baß ^olitif fie füllt, ^tieftet flogen übet 
bie Slbnafjme beS SNeljmenS beS SlbenbmaljtS unb bet Kommunion, bie Safjt bet 
&eutfd)en, bie aus bet ßitdje auStteten, mefjtt fid), aud) 3ugenb toitt nichts 
mefjt bon bet ßefjte toiffen. gut testen 3*it etfdjeint ein €t(aß beS StattS- 
bilbungminiftetS SRuft f ben idj ben „fielet Stteueften Sttadjtidjten" bom 18. 7. 36 
entnehme. 3n tf)m toitb batan etinnett, baß ©eroiffenSstoang nidjt ausgeübt 
toetben batf, unb bann betffigt: 

„gut £ettnafjme am fdjulptanmäfjfgen 9teUgfonguntettfdjt, an ödjulgotteöbienften, 0cfjul- 
anbadjten unb äljnHc&en ödjultoetanftaltungen batf fein 0djüler gelungen toetben. . . . 

3nt StteUung bei 9tdfgfonöuntettfd)tö, sut 2l6ljaltung teligiSfet Ödjulbetanftaltungen unb 
3ui ZeHnafjme an folgen Söeranftaltungen büefen fiefjrer nicf)t gelungen toetben...." 

9todj Ijat bie djttftlidje SReaftion ben 6ieg nid^t ettungen f fo na^e fie fid^ ibm 
fd)on fü^It! 

2ßet bie ^tei^eit beö fßo\U$ Uebt f tuet bie 9Rad)t bet alten 2Jläö^te übet uns 
enblid) btet^en f toet bet^inbetn toitt, baß fie fogat bon neuem unb fdjätfet als je 
uns untetjodjen unb fo((eftibieten f gan$ glei^ ob et außet^alb obet innerhalb 
beS üef etf teif eS bon „21m Zeitigen Ouett ©eutf djet i^taf t" fte^t f bet f otge baf üt, 
baß unf ete neue 6d)tift fo nadjbtüd üd) betbteitet toitb f bis fie tatf ädjttdj in febeS 
©eutfö^en ^anb ift. 33eftette fid^ jebet 6türfe unb bettelte fie. Utlaub batf bon 
bet SBetfcung nid^t abmatten, et ift befonbetS f üt fie geeignet. 9lut fjat febet o^ne 
Slnftoß in tiefetnftet übetseugung $u ^anbeln, baß in einem ^tei^eittingen nie 
aud) nut eine 6tunbe su bettteten ift; etft ted^t nid)t in biefet btennenbften 
{5tage £)eutfd)en Gebens. 



28 



ÜRodjmalä rufe id) bic ringenben ©eutfdjen, tuo fic aud) ftetyen, pxm fingen 
für ©eutfdje ©eifteSfreitjeit unb arteigene ©eutfdje ßebensgeftaltung unb gegen 
bic alten Sttädjte auf. 

23eim 6turm auf ßüttid) folgten bie ©eutfdjen 6olbaten meinen Reifungen 
unb meinem 3tuf, fic tiefen mid) nidjt allein in bie feinblidje ^eftüng einbringen; 
fo tuurbe bet 6ieg unfer. <£# ift bie 6adje ber ©eutfcfjen $reif)eitfämpfer aller- 
ort§, od fic in biefem SRingen auf mid) frören, toie ber 6otbat bor ßüttid), unb 
bamit ben 6ieg über pfäffifdje SReaftion batoonttagen, um ben 2öeg freisumadjeu 
für bie ©eutfdje 93olf$fdjöpfung, toie einft bie einnähme Don ßüttid) bem ©eut- 
fdjen #eere ben 2öeg in ^einbe&anb öffnete. 



fiege bie 2öaljrt>eit! lebe bie greüjeit! 
21m Äüttidjtage, ben 6. 8. 1936. 




3a, ba$ fingen ift berechtigt: 

eine auSlanbSbeutfdje $aftorentodjter fdjreibt am 6. 6. 1936 an einen Seutfdjen: „Sergefjjt 
alte nidjt, bafj bet SotfdjetüiSmu« bor bec 2ür lauert. 3br abnt gar nidjt, tote bie $uben arbei- 
ten f toir fjaben eö i m Kriege erfabren, n a dj bem Kriege unb e r ft r e dj t j e ij t ! 3ebe Seut- 
fdjen-#e&e baben toit ibnen gu toerbanfen, 2)eutfdjlanb fott umgelegt »erben, ibr ganjeö Kapital 
opfern fie Dafür, ba$ ift Satfadje — unb ba$ fürdjterlicfjfte fär uns Triften ift f ba§ fie fagen, 
bie beutfdjen $ a ft o r e n unb bie 23 i b e l tuären t b t befter © dj u % I Z)a$ erfdjüttert 
mid) fo febr! Dbr im Sluölanb erfährt man biet mebr als ibr abnt." 



39 



Jm 2faf f töoing und Wtonttiz 

6t8 immcctPtif)tcnöcn/ jcitlofen &ompfeä ftottttf 

Ommettoclljrenb unb seitloS ift ber ftctS gteid)bteibenbe ßampf, ben d^rifttfd^e ^tieftet aufolge 
i^tcö ©laubenS gegen bie ffreiljeft unb atteigene fiebenögeftaltung bes einselnen 9Jcenfdjen unb 
ber Sottet fämpfen, bie nur in einseinen ©efdjledjterfolgen, b. Ij. als Eintagsfliegen (eben unb 
benfcn. 

Heft batum: 

6. unb SR Äubenborff : 

©a$ ©eljeimniS ber ftefuitenmadjt unb fljt €nbc 

ge$. 2.- 91931, geb. 3.- 9t9)t., ©roßoftab, 200 ©eiten, 41.-45. Saufenb, 1935 

©enetal Uubenbotf f : 

Slbgebtttjtl Slnttoorten auf Sljeologengeftammel 

ge$. -.70 9t9)c., 76 ©eiten, 11.-20. Saufenb, 1937 

JJubengeftänbniS: SBötfctgerftörung butcfj öjtiftentum 

©onberbrucf, ©taffelpreffe: 1 ©tücf -.10 9193c., 20 ©tücf 1.40 9t9Jc., 50 ©tücf 3.25 91231, 
100 ©tücf 5.50 9t9)t, 500 ©tücf 25.- 9t9Jc., 1000 ©tücf 45.- 9133c. 281.-310. 2fb, 

2)e$ SBotfc« ©d^icffol in djcif tlidjen 23ilbtoerfen - ©eif teSfrif e 

©onberbrucf, gel). -.20 9t9)c., 12 Seiten mit 11 Silbern, 41.-60. Saufenb, 1935 
© r. 2tt a t Ij i l b e fiubcnborff: 

Grlöfung Don £jefu Cfjrifto 

ungef. Colf «ausgäbe 2.- 0t33c., tjolafr., geb. 4.- 9t2)t., ©roßof t., 376 ©., 43.-47. 2fb., 1936 

Setföfittete SolfSfeele 

9tadj 23erfdjten au« ©übtoeftafrifa, gefr -.60 9t9)c., 48 ©eiten 

€in 23licf in bie SJlotallefjte bet römifdjen ßirdje 

gel). -.25 9t9Jc., 46 ©eiten, 93.-98. Saufenb, 1936 

6ieg eine« €nt^üllet« Don 23ibelfälf djungen herausgegeben bon ©r. 97c. ilubenborff 
gel), ettoa -.90 9t33c., 72 ©eiten, mit 23itbumfdjlag, 1937 

Dr. SDcatfiilbe £ u b e n b o r f f unb Söalter £ 5 tj b c : 
CljriftHcfje ©rauf amfeit an ©eutfdjen grauen 

€rb)etterte 2Iuftage, gelj. -.25 9133c., 20 ©eiten, 63.-72. 2aufenb, 1937 
3Balter C 6 ^ b e : 

Sie etften Triften im Urteil iljtet geitgenoffen 

Gearbeitet nadj ber ©djrift be« 9t b. b. 2Ilm, ge&. -.90 9t9Jc., 76 ©., 11.-15. £fb., 1935 

6ö^itCet unb baS Cfaiftentum 

geb. -.30 9t33c., 20 ©eiten, 15.-17. Saufenb, 1937 
{Johannes ©djerr : 

SDitft €1 ©djabbai, bet ^ubengott noJ?ein grauenbolle« öeifpiel inbusierten Sriefeins 
gel). -.40 9193c., 32 ©eiten, 11.-18. Saufenb, 1934 (2Tu«3ug au« „Die ©efreuaigte") 



ßubenborfM Verlaß <&.m.f>.&, 331 fi n dj c n 19 

30 



$ t o f . t ans ©tiefe: 

Sin ^tieftet ruft: „£o£ Don «Rom unb ©&rfftor 

geb. 1.50 313)?., 89 Gelten, 22.-24. Saufenb, 1936 

IDet große OtEtum be$ €JjciftentumS - ectoiefen bucdj einen ^tieftet 

geb. 1.50 0t3tt., 104 Gelten, 17.-21. Saufenb, 1937 
St @ e n g I e r : 

i^at^otif^e Slftion im Angriff auf ©eutfdjlanb 

32 Seiten, mit SBllbumfd^Iag, -.50 013K., 1937 
©r. Sltmln 5Utb : 

SDaS SReidjSfonfoKbat bom 20« guli 1933 

geb. -.80 0t2tt., 64 Gelten, 25.-27. Jtaufenb, 1937 

SRom, toie e$ iß, nidjt, toie e$ fcfjeint 

-.90 80 (Seiten, 21.-25. Saufenb, 1937 

3. Otrunf: 
23atifan unb 5?cemt 

geb. -.70 0l«m., 40 (Seiten, 15.-17. Saufenb, 1936 
5D t. m e b. SB. 2B e n b t : 

Sie #ölle als 93eftanbteil bet .ßinbecetsiefjung 

geb. -.20 0t2ft., 32 Gelten, 15.-17. Saufenb, 1937 
ilonft antin SBielanb' 

5Die £)f)cenfcefö)t 

geb. -.30 0t2tt., 16 Gelten, mit farbigem Stlbumfdjtag, 11.-22. Sfb., 1937 

©et Sftobecnifteneib 

24 Gelten, mit 23llbumfdjlag, -.40 013JI., 1937 

SBaltljet ÄeUetbauet: 

SBie fcanoffa toac - £)a$ €nbe einet fiegenbe 

geb. -.80 012)1., 64 Gelten, 11.-13. Saufenb, 1936 
# a n S SReinfd): 

Kolumbus entlacbt 

geb. -.80 013JL, 56 Gelten mit 23llbumfcfilajB unb SIbbllbungen, 11.-15. £fb., 1937 
ßun3 3r Ing : 

Slot unb $ampf ©eutfdjec SBauecn - 33auecnfciege 

geb. -.50 013JI., 48 Gelten, 11.-15. Saufenb, 1935 
ßarte. ßubtolgSKaurer: 

©eptantet J?e$etmotb im ftaljce 1866 93or- unb GdjTußtoort toon ©eneral üubenborff 
$rel$ -.25 0t2tt., 28 Gelten 

21. 211 cf e n $ : 

5?utturtampf! 

geb. -.20 mi, 16 Gelten, 11.-13. Saufenb, 1934 

Snquifition in SDeutfcfjlanb unb bet ßefjecmeiftec ßontab bon SftarbuKg 

geb. -.20 019)?., 16 Gelten, 11.-15. Saufenb, 1934 



£ u & e n t> o r f f * Verlag ®.m.b.8., 2tt fi n dj e n 19 

91 



JBo» gebt 3Ijr uns?" fo fragt 3(t 

frtm 9c 5Hot(jHÖe Äuflenflorff 

tat in iljren p^ftofop^ifc^en SB e t f e n eine auf £atf adjen unb SBafaljeit Betufctnbe 
©eutfdje SBeltanfdjauung niebetgelegt, fo tote fie bem Staffeempfinben unb bera arteigenen 
©ottetfennen be* ©eutfdjen Solfee entfpttdjt; 

gut $fnfüt)tung: 

©eutfdjer ©ottglaube 

gelj. 1.50 312«., ®an3l. 2.- 919«., JDftato, 84 Seiten, 40.-42. Saufenb, 1936 

8lu$ ber ©otterf enntniä meinet SBerfe 

gef). 1.50 9ÜR, ©angl. 2.50 919«., 144 Seiten, 21.-23. 2aufenb, 1936 

Die SBetfe felbft: 
Stfompfj be* UnftetbttdjfdthMlenS 

ungef. JöotfSauSg., gelj. 2.50 919)1, ©gl 5.- 919«., fatgfr., 416 6., 25.-32. Sfb., 1937 
©et Seele Utfptung unb SBefen: 

1. £eU: 6djöpfunggefcfjWjte 

ungef. 33otf$au$g., 2.- 919«., ©gl. 4.- 913«., fatgft., ©togoft, 108 S., 8.-16. Sfb., 1937 

2. Seil: 2)e« SKenfcljen 6eele 

gef). 5.- SR2«., ©angt. 6.- 919«., Ijotgfr., ©togoft., 246 (Seiten, 10. u. 11. Saufenb, 1937 

3. Seil: 6e(6ftfööpfung 

©angteinen 6.- 919«., tjolgfrei, ©xogoftato, 210 Seiten, 6. unb 7. Xaufenb, 1936 

©et Seele Söhlen unb ©eftalten: 

l.Sett: Z>e$ tffobeö 6ee(e unb ber eitern 2lmt 

€ine 93f)ttofopIjie bet €igief)ung 

©an3leinen 6.- 919«., F)ol3ftei, ©togoftato, 384 Seiten, 13.-15. Saufenb, 1936 

2. Seil: IDfe SoHäfeete unb ffjre ailai^tgeftalter 

€ine $f)itofopf)ie ber ©efcfjidjte 

@an3leinen 7.- 919«., fjotgftei, ©togoftato, 460 Seiten, 9.-12. Saufenb, 1936 

3. Seil: £>aä ©otttteb bet äfölfet 

€ine 93f)itofopf)fe bet iTuttuten 

©angleinen 7.50 919«., ©togoftato, 392 Seiten, 5. unb 6. Saufenb, 1936 



fiubenborffS Vertag ©♦m*6,#., Münzen 19 

32 



ftec Heftouftteg Öet fteiöen großen 2>eutfrfjen 

bet f o oft mit @djmug betootfen toutbe, ift bon 

(Benetol ÄuÖenÖotjf tmfi #cou 5t,flltetf)tlÖe ÄufienÖotff 

fclbft In nacbftebenben btei 23ücbetn niebetgelegt, bei beten liefen jebem ibter Söetleumbet ble 

©cbamtote übet fein 2un In« ©efiebt fteigen müßte: 

©enetol Hubenbotff: 
2Jlefn miUtärif djer SBerbegang 

mit 5 3. S. boppetfeitigen SBitbtofctn. üngefütgte SolfSauSgabe 2.40 9t2tt., 189 ©eiten, 
©angleinen, bolgftei, ©toßoftab 4.- 9t2tt., 21.-29. Saufenb, 1935 

0 t. 9R a t f) i I b e Hubenbotff: 

©tatt #eiUgenfdjefn ober ^exensefd^en - Sftein lieben 

1. £eü: itinbfjeit unb ftugenb 

©angl. 3.- 912)*., bolgftei, Oftab, 246 ©eiten, mit 9 23ilbetn, 11.-13. Saufenb, 1937 

2. Seil: ©utefj ftorfdjen unb ©djieffat gum @fnn beS ÄebenS 

©angleinen 5.- 913«., bolgftei, Oftab, 300 Seiten, mit 12 23ilbetn, 1936 

SBeÜere itampffdjdften gegen bie fiberftaatlidjen fteinbe be$ ©eutfdjen SJotfe«: 

©enetol Hubenbotff: 

93ernicf)tung bet Freimaurerei burdj Entfjüttung f^tec ©efjeimniffe 

geb. 1.50 9t2tt., ©3l. 2.50 919«., mit 9 23ilbetn aus fiogen, 117 6., 174.-178. £fb., 1937 

i?rfeg$fje$e unb 936t(ermorben 

geb. 2.- 9t2ft., ©angl. 3.- 9t2tt., 191 ©eiten, 81.-85. Saufenb 1936 

©er totale ürfeg 

geb. 1.50 9t2tt., ©angl. 2.50 912«., 120 ©eiten, 86.-90. Saufenb, 1937 
©t. meb. 2R a t b H b e fiubenbotff: 

SUlogartö Heben unb getoattfamet Zob 

9tadj geugniffen feinet nacfjften Slngefiötigen unb feinen eigenen ^tiefen. 2luögetoäblt 
quö bet 23iogtapbie 9tiffen$ unb itonftange 2ftogatt3 unb anbeten Quellen. 23ettad)tet 
bon 0t. meb. 2ft. ßubenbotff. 

<Poppebb. m. 8 23ilbetn u. 2. ftaff., 236 ©., 3.50 912«., ©gl. 4.50 9t2tt., 7.-9. £fb., 1936 

$u begieben butcb ben gefamten 23udjbanbel 
33eftellungen nebmen aueb bie 23udjbetttetet unfeteö Stellage« entgegen 



,&m Qef Kgen QtieO Dcutfdfct &raffc' 

mit Siefbtucfbeilagen, etf cfieint am 5. unb 20. jeben 2ftonatä. 
6$ ift bie eingige Seitfcbtift, in bet bet f?elbfjett unb feine 
©ottin fdjteiben. Ommet gegentoattnabe, untettidjtet Äuben- 
botff« #albmonat«fcbtift übet olle ©ebiete bolfifdjen @ei- 
fteälebenä, abet aud) übet baö beutige SBitfen bet übet- 
ftaattieben 2ftäcbte in ben Söölfecn €utopaö unb bet gangen 
SDelt; frcnet btingt „21m ^eiligen Quell ©eutfdjet tftaft" 
SIbbanblungen übet i?unft, SBiffenfcfiaft, €tgiebung unb 

i&ocbfdjultoefen. 

eingelpteis -.40 9t2tt., 2ftonatSbegugSpteiS butcb bie <]3oft 
-.64 9t2ft., untet ©tteifbanb bom Söeilag -.70 912JI. 



linibmotiatsfthcift 



liMKINIiiltKi: 



ÄubenborfföSerlag ®.m.b.&, 9ft fi n dj c n 19